Stellenabbau
Rezession kostet Millionen Verwaltungsjobs

Die globale Wirtschaftskrise verstärkt den Trend zum Stellenabbau in Konzernverwaltungen. Nach Berechnungen der Unternehmensberatung The Hackett Group werden zwischen 2008 und 2014 in Europa und Nordamerika weitere 2,2 Millionen Arbeitsplätze betroffen sein. Warum die Stellen auch im Falle eines Aufschwungs nicht wiederkommen werden.
  • 0

DÜSSELDORF. In den Jahren 2000 bis 2007 hätten die Unternehmen bereits 1,4 Millionen Stellen in Bereichen wie Finanzen, Personal, Einkauf und IT gestrichen, rechnen die Hackett-Experten Michel Janssen und Erik Dorr in einer aktuellen Studie vor, die auf einer Analyse der Daten von 4 000 Konzernen mit Jahresumsätzen oberhalb von einer Milliarde Dollar basiert.

Neue Jobs in Schwellenländern

Die große Welle von Kostensenkungen in der Verwaltung hatte zur Jahrtausendwende begonnen. Sie folgte auf die Rationalisierung der Produktion. 333 Mrd. Dollar haben die untersuchten Großunternehmen der Studie zufolge bis 2007 bereits eingespart. Die nächste Welle sei von der Rezession ausgelöst worden: Um bei einbrechendem Umsatz den Gewinn zu retten, hätten vor allem US-Firmen kurzfristig entlassen.

Doch es gibt noch einen zweiten starken Trend: Die Unternehmen sehen den Autoren zufolge, dass auf Jahre hinaus starke Wachstumsraten nur in Schwellenländern zu erwarten seien. Deshalb schüfen sie vor allem dort neue Verwaltungsjobs. Zum einen, weil sich die Geschäftstätigkeit dorthin verlagere, zum anderen, weil die Löhne dort niedriger seien.

Im Klartext: Die 636 000 Stellen, die allein im laufenden Jahr in den Verwaltungen der Konzerne verloren gingen, werden im Aufschwung nicht wiederkommen. Das Wachstum werde zu schwach ausfallen, um den Trend zum Offshoring von Verwaltungsfunktionen auszugleichen.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom

Kommentare zu " Stellenabbau: Rezession kostet Millionen Verwaltungsjobs"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%