Stellenzuwachs deutlich geringer als erwartet
US-Verbraucherstimmung im März gesunken

In den Vereinigten Staaten ist das Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes im März nach endgültigen Berechnungen der Universität Michigan gefallen. Außerdem haben die US-Unternehmen so wenig neue Stellen geschaffen wie seit acht Monaten nicht mehr.

HB NEW YORK/WASHINGTON. Die US-Wirtschaft scheint gegenwärtig etwas an Dampf zu verlieren, wie am Freitag veröffentlichte Konjunkturindikatoren gezeigt haben. Demnach trübte sich sich die Stimmung sowohl bei den Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes wie auch bei den Verbrauchern leicht ein. Darüber hinaus stieg nach Angaben des US-Arbeitsministeriums die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft im März nur um 110 000 Personen. Dies war lediglich halb so viel wie Volkswirte erwartet hatten und zugleich der geringste Zuwachs seit Juli 2004. Die Arbeitslosenquote fiel wegen eines Rückgangs der Erwerbsbeteilung dennoch auf 5,2% von 5,4% im Februar.

Gleichzeitig zeigten die Daten des Institute for Supply Management (ISM), dass die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe der USA im März moderat gesunken ist. Der ISM-Index fiel auf 55,2 Punkte von 55,3 im Februar. Allerdings legte der - eigentlich erst zur Veröffentlichung in der kommenden Woche vorgesehne - ISM-Index für das Nicht-verarbeitende Gewerbe auf 63,1 von 59,8 im Vormonat zu. Das ISM verwies mit Blick auf das Verarbeitende Gewerbe darauf, dass der Sektor weiterhin in einer starken Verfassung sei.

Negative Nachrichten kamen auch vom Uni-Michigan-Index zur Verbraucherstimmung. Der Index verringerte sich im Rahmen der zweiten März-Umfrage auf 92,6 Punkte, nachdem er bei der erste Befragung 92,9 betragen hatte. Ende Februar hatte der Index noch bei 94,1 gelegen. Ursächlich für den Rückgang des Konsumklimas war eine Eintrübung bei den Erwartungen, während sich die Einschätzung der aktuellen Lage etwas verbesserte.

Bankvolkswirte warnten vor einer Überbewertung der enttäuschend geringen Zunahme der Beschäftigung. Heinrich Bayer von Postbank Research sagte, der Bericht sei nicht so schlecht wie es der schwache Stellenaufbau vermuten lasse. So ließen verschiedene Arbeitsmarktindikatoren gegenwärtig immer noch darauf schließen, dass das Beschäftigungsplus in den kommenden Monaten wieder höher ausfallen sollte. Mit Blick auf die Geldpolitik der Federal Reserve sagte Bayer, dass der anhaltend moderate Aufwärtstrend bei Beschäftigung und Löhnen auch weiter für den Kurs allmählicher Zinsanhebungen sprechen würde.

David Milleker von der Dresdner Bank erklärte zudem, die Fed werde wegen eines schlechten Job-Reports nicht von ihrem Kurs abweichen, um zu einer vorsichtigeren Rhetorik zurückkehren. Bis Jahresende sei mit einer Fed Funds Rate von wenigstens 3,75% zu rechnen. Zurzeit notiert der Leitzins der US-Notenbank bei 2,75%. Die im laufenden Konjunkturzyklus geringe Zunahme der Beschäftigung begründete Milleker vor allem mit strukturellen Faktoren. So vermutet der Volkswirt unter anderem, dass die US-Unternehmen weiterhin Arbeitsplätze ins Ausland verlagern, darüber hinaus sei es wegen der niedrigen Realzinsen sehr attraktiv, Arbeit durch Kapital zu ersetzen.

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