Steuerbonus gefordert
Handwerk warnt vor Konjunkturdelle

Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, warnt vor einer Flaute bei der Auftragslage, insbesonders im Baugewerbe. Schleyer stellt sich dabei hinter den Vorschlag des Bundeswirtschaftsministers Glos.

BERLIN. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sieht deutliche Anzeichen für eine Verlangsamung der Konjunktur im Handwerk, vor allem im Bau- und Ausbaugewerbe. „Noch arbeiten die Firmen die Auftragsüberhänge aus dem Vorjahr ab, doch danach wird die Auftragsdecke dünner“, sagte ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer dem Handelsblatt.

Er forderte die Bundesregierung auf, durch Nachbesserungen bei den so genannten Wachstumsgesetzen zu verhindern, „dass die nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer sich abzeichnende Abschwächung zu einer größeren Konjunkturdelle“ werde. „Ich würde es deshalb sehr begrüßen, wenn die Koalition den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos aufgreifen würde, und den 2006 mit Erfolg eingeführten Steuerbonus für Handwerksleistungen in privaten Haushalten an die erhöhte Mehrwertsteuer anpassen würde“, sagte Schleyer.

Bislang können Privatleute bei bestimmten Bauleistungen 20 Prozent der Rechnung bis zu einem Auftragsvolumen von 3 000 Euro steuerlich geltend machen. Dadurch können für bestimmte Handwerkerleistungen maximal 600 Euro von der Steuerschuld abgezogen werden. Der CSU-Politiker Glos hatte angeregt, den Steuerbonus auf 25 Prozent und das steuerbegünstigte Auftragsvolumen auf 4 000 Euro zu erhöhen. Der maximale Abzug von der Steuerschuld stiege dadurch auf 1 000 Euro.

Mit dem Steuerbonus hätten viele private Handwerksaufträge aus der Schwarzarbeit herausgeholt werden können, sagte Schleyer. Durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent sei der positive Anreizeffekt des Steuerbonus jedoch auf einen Prozentpunkt zusammengeschrumpft. „Eine Erhöhung der Sätze ist deshalb angebracht“, betonte er.

Auch beim Gebäudesanierungsprogramm der Bundesregierung zwecks Energieeinsparung sieht Schleyer weitere Möglichkeiten für eine Stabilisierung der Bauwirtschaft, die zugleich dem Umweltschutz dienen und den Energieverbrauch der Abnehmer deutlich senken würde. Die KfW-Bankengruppe hat im Rahmen der vom Verkehrs- und Bauministerium geförderten Initiative im vergangenen Jahr rund 180 000 Kredite mit einem Gesamtvolumen von 9,4 Mrd. Euro zugesagt. Damit wurden Investitionen von mindestens 12,5 Mrd. Euro angestoßen und etwa 200 000 Arbeitsplätze für mindestens ein Jahr gesichert.

„An den Erfolg des Programms für Wohnimmobilien müssen wir anknüpfen, indem wir nun zusätzlich auch ein Programm mit höheren Förderanreizen für Gewerbeimmobilien schaffen“, forderte Schleyer. Die im Januar in Kraft getretene Erweiterung des Programms auf öffentliche Gebäude wie Schulen und Kindergärten sei richtig, aber nicht ausreichend. Eine Erweiterung würde sich durchaus sinnvoll in das geplante EU-Aktionsprogramm zur Energieeinsparung einfügen, das die deutsche EU-Ratspräsidentschaft vorantreiben will: „Bei der Vorstandsvorsitzenden der KfW, Ingrid Matthäus-Maier, würde die Koalition übrigens mit einem solchen Vorhaben offene Türen einrennen“, sagte Schleyer.

Matthäus-Maier hatte bereits Ende Januar angekündigt, die KfW wolle sowohl die Beratung über als auch die Finanzierung von Maßnahmen zur Energieeinsparung für Unternehmen verbessern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%