Stimmt es, das...
Sollten Aktionäre Bankerboni begrenzen?

Finanzminister Schäuble und seine europäischen Kollegen lehnen eine Begrenzung der Bankerboni ab. Die Verantwortung schieben sie lieber den Aktionären zu. Doch kann man von denen in Zeiten des Booms Disziplin erwarten?
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Wieder einmal scheint die Bankerlobby gesiegt zu haben. Der Vorstoß des Europaparlaments, Boni von Bankern auf 100 Prozent des Festgehalts zu begrenzen, wird von Finanzminister Wolfgang Schäuble und seinen europäischen Kollegen ebenso abgelehnt wie vom französischen EU-Kommissar Michel Barnier. Deutsche Bank und Société Générale lassen grüßen.

Der Gegenvorschlag von Schäuble und Co: Sollen doch die Aktionäre solche Begrenzungen einführen, wenn sie diese möchten.

Dazu muss man wohl die derzeit noch lächerlich geringen Mitbestimmungsrechte der Aktionäre über die Vergütung des Spitzenmanagements stärken, was im Prinzip eine gute Sache wäre. Aber dann, wenn es darauf ankommt, in Boomzeiten, darf man sich von den Aktionären keinen großen Beitrag zur Disziplinierung der Spitzenbanker erwarten.

Das lobenswerte Ziel des Parlaments ist es, den Anreiz für Bankmanager und Wertpapierhändler zu beseitigen, durch übermäßige Kreditexpansion und durch riskante Geschäfte kurzfristig den Gewinn nach oben zu treiben. Denn wenn die Kreditblase platzt und die kurzfristig einträglichen Geschäfte ihr langfristig destruktives Potenzial entfalten, muss der Steuerzahler zur Rettung einspringen. Wie gesagt: der Steuerzahler, nicht der Aktionär.

Der Aktionär profitiert von den unsoliden Geschäften der Banker mit. Wenn er rechtzeitig aussteigt, macht er hohe Gewinne. Wenn er seine Aktien zu lange hält, profitiert er immerhin von der üblichen Banken- und Finanzmarktstützung durch den Steuerzahler und die Notenbank. Es ist daher durchaus im Interesse der Aktionäre, wenn die Vergütungssysteme die Entscheidungsträger der ganzen Branche für riskantes Gebaren belohnen, das auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausgerichtet ist.

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  • Das ist ein Hohn.
    Wir vom Aktienclub Leer fordern schon lange, Dass die Vergütung des Vorstandes und des Aufsichtsrates in Einelabstimmung von der Aktionärsversammlung genehmigt werden muss. Das alleine schon würde disziplinierend wirken. Der Vorstand profitiert von riskanten Geschäften, bei Verlusten ist er außen vor. Die haben die Aktionäre zu tragen. Deshalb haben die Aktionäre kein Interesse an riskanten Geschäften. sigip@t-online.de

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