Stimmt es, dass...
... Otto Normalverbraucher reicher ist als Joe Sixpack?

Vermögensverwalter wollten wissen, wo die größeren Vermögen zu finden sind. Der Vergleich des typischen Amerikaners mit dem typischen Deutschen ergab, dass das deutsche Vermögen anscheinend etwas höher ist.
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Auf den italienischen Ökonomen Vilfredo Pareto geht das Pareto-Prinzip oder 80-20-Prinzip zurück. Es besagt in allgemeiner Form, dass oft wenige Elemente den Großteil des Effekts bestimmen. Wenn man effizient wirtschaften will, muss man sich auf diese wenigen Elemente konzentrieren. Mit dieser Überlegung hat die Schweizer Großbank Credit Swiss einen Weltvermögensbericht vorgelegt. Denn Vermögensverwalter wollen wissen, wo die großen Vermögen sind, um die sie sich bemühen wollen. Die Vermögen sind nämlich, wie Pareto um 1900 für Italien festgestellt hatte, stark konzentriert. 20 Prozent der Bevölkerung haben 80 Prozent des Vermögens.

Der Bericht enthält interessante Vergleiche, die sonst meist in Durchschnittsbetrachtungen verloren gehen.

So hat der durchschnittliche erwachsene US-Amerikaner ein Vermögen von knapp 250 000 Dollar, der durchschnittliche Deutsche nur 200 000. Der Vergleich des typischen Amerikaners mit dem typischen Deutschen ergibt anderes. Gemeint ist der Bürger, der ebenso viele Reichere über sich hat wie Ärmere unter sich. Joe Sixpack in den USA, hat nur 53 000 Dollar Vermögen, Otto Normalverbraucher dagegen 57 000 Dollar. Frankreich liegt beim Durchschnittsvermögen auf US-Niveau, aber der mittlere Franzose hat immerhin 90 000 Dollar Vermögen, der mittlere Italiener sogar 158 000 Dollar, und das bei einem ähnlichen Durchschnittsvermögen wie in den USA.

Der Grund liegt in der sehr unterschiedlichen Verteilung der Vermögen. In den USA übererfüllen die reichsten 20 Prozent ihr Pareto-Soll. Sie kontrollieren 83 Prozent des Vermögens. In Italien haben sich die Zeiten seit Pareto geändert. Dort sind es nur noch 60 Prozent. Deutschland liegt etwa in der Mitte.

In den USA haben dafür 30 Prozent der Bevölkerung weniger als 10 000 Dollar, davon fast die Hälfte praktisch gar nichts. In Deutschland sind die entsprechenden Anteile nur wenig niedriger. In Frankreich allerdings ist der Anteil der Habenichtse und Habefastnichtse nur halb so groß. Und in Italien ist er sogar noch geringer.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

Kommentare zu " Stimmt es, dass...: ... Otto Normalverbraucher reicher ist als Joe Sixpack?"

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  • “Geld ist das Barometer der Moral einer Gesellschaft. Wenn Sie sehen, daß Geschäfte nicht mehr freiwillig abgeschlossen werden, sondern unter Zwang, daß man, um produzieren zu können, die Genehmigung von Leuten braucht, die nichts produzieren, daß das Geld denen zufließt, die nicht mit Gütern, sondern mit Vergünstigungen handeln, daß Menschen durch Bestechung und Beziehungen reich werden, nicht durch Arbeit, daß die Gesetze Sie nicht vor diesen Leuten schützen, SONDERN DIESE LEUTE VOR IHNEN, daß Korruption belohnt und Ehrlichkeit bestraft wird, dann wissen Sie, daß Ihre Gesellschaft vor dem Untergang steht.”
    (Ayn Rand in Atlas Shrugged)

  • Credit swiss?

  • MIB:

    Die Zahlen der beiden Quellen liegen doch nahe beieinander.
    Gemäß den Vermögensverwaltern beträgt das Vermögen am Median ca. 40.000 Euro-gemäß SOEP 15.000 Euro.

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