Stimmt es, dass...
Wem gehört das Gold der Zentralbank?

Wer ist eigentlich der Herr über das Gold der Zentralbank? Sie selbst oder die Aktionäre? Oder das Volk? Die Frage stellt sich umso mehr, wenn man bedenkt, dass die Fed ihr Gold gerüchteweise gar nicht mehr hat.
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Als im März 2011 die „Financial Times“ schrieb, italienische Banken wollten sich das Gold „ihrer“ Zentralbank zurechnen lassen, um ihr Eigenkapital zu erhöhen, wurde das rasch dementiert. Eine Aufklärung, wem das Zentralbankgold gehört, steht aber noch aus.

Auf Nachfrage erhielt unsere Italien-Korrespondentin Katharina Kort von der Bank von Italien die verschwurbelte Antwort, das Gold gehöre ihr als Institution. Es habe die Funktion, die Stabilität der Banken und der Märkte zu garantieren. Es gehöre nicht den Aktionären der Banca d'Italia, die in gewissem Sinne nur symbolische Eigentümer seien. Das Gold gehöre aber auch nicht dem Volk, in dem Sinne, dass Politiker darauf zugreifen könnten.

Was das Gold der Bundesbank angeht, hatten wir in der Kolumne vom 7. März gesehen, dass das meiste davon in New York lagert und Gerüchte um eingeschränkte Verfügungsgewalt blühen. Was den größten Goldschatz der Welt angeht – den der US-Notenbank Federal Reserve – sieht es ganz ähnlich aus. Die New York Fed als eine von zwölf regionalen Untergliederungen gehört den Banken, und das nicht nur „symbolisch“.

In der Bilanz der Federal Reserve gibt es elf Milliarden Dollar Gold-Zertifikate, also Ansprüche auf Gold des Finanzministeriums. In den Fußnoten kann man nachlesen, dass der Finanzminister autorisiert ist, Gold-Zertifikate an die Federal Reserve Banken zu veräußern, und zwar zum Vorzugspreis von 42,2 Dollar je Feinunze. Zu diesem Preis stehen die Zertifikate in der Fed-Bilanz. Rechnet man nach, stellt man fest, dass der ganze US-Goldschatz von 8000 Tonnen zu einem Vierzigstel seines aktuellen Werts an die Fed fast verschenkt wurde. Beim gegenwärtigen Marktpreis ist das ein Wert von 430 Milliarden Dollar.

Wie bei der Bundesbank schießen auch in den USA Gerüchte ins Kraut, dass die Federal Reserve das Gold gar nicht mehr hat. Das könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn sie es verliehen hätte, die Leihnehmer es verkauft hätten, und nicht mehr zurückkaufen können, weil es zu teuer geworden ist. Dann hätte die Notenbank Grund, auf Rückgabe zu verzichten, um den Verlust nicht offenbaren zu müssen. Eine unabhängige Inventur des US-Goldes hat nie stattgefunden. Die Federal Reserve wehrt sich mit Händen und Füßen gegen Bestrebungen im Kongress, sie einer Rechnungsprüfung zu unterziehen, die auch die Goldreserven und vorhandene Besitztitel darauf einschließen würde. Warum nur?

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

Kommentare zu " Stimmt es, dass...: Wem gehört das Gold der Zentralbank?"

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  • Das in NY liegende Gold der Bundesbank gehört den USA. Als die uns von Hitler befreiten, befreiten sie uns auch gleich vom Golde, da sie ja nun grad mal mit schwerer Transporttechnik vor Ort waren. Das Gold ist eine legitime Kriegsbeute und wird nach Gutdünken vom auserwählten Ostküstenvolk verwendet. Einzig buchhalterisch wird es D zugeordnet, damit die dortigen Immen sich nicht unnötig aufregen und komische Fragen zu stellen beginnen.

    Seien wir also ganz ruhig. Mutti Mörkel wirds schon richten, hat sie doch jetzt investigative Verstärkung aus der Gauck-Behörde.

  • Im Beitrag wurde festgestellt, dass das Gold der FED, deren privaten Eigentümern gehört. Weiterhin wird dargelegt, dass die FED gegen das Finanzministerium Ansprüche in Höhe von elf Milliarden Dollar (Gold-Zertifikate) besitzt. Was bedeutet das? Hat das US-Finanzministerium ebenfalls Goldbestände. Weiterhin wurde nicht ausgeschlossen, das ggf. ausgeliehens Gold nicht mehr zurück geholt werden kann. Trifft diese Hypothese zu, so müsste der Goldpreis steigen, denn die Kurse beruhen auf der Annahme des Maktes, dass die Bestände nicht mehrfach gezählt werden. Angesichts der Vermutungen stellt sich die Frage, ob D. noch physisches Gold besitzt oder nur noch monitäre Forderungen.

  • Die FED dürfte keine einzige Unze mehr besitzen. Sie verkauft doch ständig, wenn der Goldpreis zu steigen droht.
    Ebenso andere Notenbanken. Der Goldpreis wird explodieren, wenn die ganzen Zertifikatebesitzer sich einmal ihr Gold effenktiv ausliefern lassen würden. Das wird jedoch nicht passieren, weil die FED dann den Goldbesitz bei Strafe verbieten würde
    (wie in der Vergangenheit). Also auch hier, wie überall LUG und BETRUG.

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