Stimmt es, dass...
Werden geschiedene Väter steuerlich diskriminiert?

Die Frage, ob geschiedene Väter steuerlich benachteiligt werden, verneinen deutsche Gerichte einhellig. Norbert Häring sieht die Lage etwas anders und erklärt, warum auch Scheidungskinder diskriminiert werden.
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Die Gerichte sagen einhellig Nein. Der gesunde Menschenverstand, jedenfalls meiner, sagt Ja. Worum geht es? Geschiedene Elternteile, deren Kinder beim anderen Elternteil leben - in der Praxis meistens die Väter -, haben das Recht und die Pflicht, Umgang mit ihren Kindern zu pflegen. Wenn sie aus beruflichen Gründen an einem anderen Ort oder gar in einem anderen Land als die Mutter wohnen müssen, kann das ziemlich teuer sein. Sie müssen beträchtliche Fahrtkosten in Kauf nehmen.

Wenn ihre Kinder regelmäßig bei ihnen sind, müssen sie eine hinreichend große Wohnung mieten oder kaufen. Die Finanzämter und die Gerichte erkennen solche Kosten nicht als außergewöhnliche Belastung an, mit sonderbar anmutenden Begründungen. Zum einen seien die Belastungen nicht außergewöhnlich, sondern Konsequenz einer Normalität, nämlich des Umgangs mit den eigenen Kindern. Zum anderen seien solche Belastungen durch das Kindergeld, das dem Vater normalerweise hälftig zusteht, abgegolten.

Man stelle sich einmal vor, das Finanzamt würde diese Argumentation mit der Normalität der Belastung auf den Umgang eines nicht geschiedenen Fernpendlers mit seiner Frau anwenden. „Es ist normal, dass ein Mann seine Frau am Wochenende sehen will, das ist keine außergewöhnliche Belastung“, würde das dann heißen. Das Bundesverfassungsgericht würde das sofort mit dem grundgesetzlich gebotenen Schutz von Ehe und Familie kassieren. Es ist schwer verständlich, warum die Gerichte in Deutschland bei dieser Schutzbestimmung immer nur den ersten Teil beachten, der sich auf die Ehe bezieht, nicht aber auf die Familie, sprich die Kinder. Der Vater bleibt Vater, auch wenn er geschieden ist. Die Kinder gehören zu seiner Familie.

Diese Kinder sind es, die neben dem Vater darunter leiden, wenn Besuche aus finanziellen Gründen eingeschränkt werden. Ein Fernpendler, der pendeln muss, weil sein Beruf ihn an einen bestimmten Ort bindet, kann nur über den Teil des Gehalts verfügen, der nach den beruflich bedingten Pendelkosten übrig bleibt, egal ob er zur Frau pendelt oder zu den Kindern oder die Kinder zu ihm. Nur auf dieses Gehalt nach Pendelkosten sollte er Steuern zahlen müssen. Danach zu unterscheiden, ob man zur Ehefrau oder zu den Kindern pendelt, ist kaum nachvollziehbar.

Das Argument mit der Abgeltung durch das Kindergeld mag durch juristische Spitzfindigkeiten unanfechtbar sein. Kindergeldbeträgen um 100 oder 200 Euro, die man als geschiedener Vater bekommt, stehen für die Fernpendler teilweise Belastungen von vielen Hundert Euro pro Monat gegenüber. Die als abgegolten und „nicht außergewöhnlich“ zu betrachten, ist schon ziemlich extravagant.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

Kommentare zu " Stimmt es, dass...: Werden geschiedene Väter steuerlich diskriminiert?"

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  • Gute Frage, warum ist das deutsche Recht so kinderfeindlich, dass es ihre Väter hasst? Nach einer Trennung hat man Männer da, wo man sie haben will: Auf der Abschussliste. Jugendämter sorgen dafür, dass Wohnadressen und Lebensmittelpunkte der Kinder nur bei der Mutter sind. Kindergeld und Unterhalt kriegt sie, Fahrgeld zu ihrem noch so fernen Wohnort zahlt er. Steuervorteile hat alle nur sie allein. Unterhalt zahlt er voll, auch wenn er die Kinder bis zu 49 Prozent betreut, also Kinderzimmer, Kleidung, Essen, alles bereits zur Hälfte finanziert hat. Ab 51 Prozent hat nämlich die Kinderbesitzerin unumschränkte Alleinherrschaft. Darauf achten Familienrichter. Väter sind in Deutschland übrigens seit dem Krieg verhasst und Jugendämter seit den 30-er Jahren aktiv. Noch Fragen? Deutsche Steuerzahler und Krankenkassen tragen immense Kosten für emotional, wirtschaftlich und gesundheitlich ruinierte Trennungsväter.

  • Getrennt lebende und geschiedene Väter (und Mütter) werden vor allem durch den Entzug des Ehegattensplittings steuerlich diskriminiert. Das Elternpaar verliert auf diese Weise je nach Einkommensverteilung u.U. bis zu 7000€ netto pro Jahr. Stattdessen tritt die absurde Situation auf, dass besser verdienende Väter (häufiger als Mütter) nicht nur die Mehrkosten durch die Trennung tragen, sondern auch noch - wie Singles - für den Splittinggewinn zur Kasse gebeten werden, der der größten Gruppe der vom Ehegattensplitting Profitierenden zugute kommt, den kinderlosen Ehepaaren. Väter finanzieren also kinderlose Ehen. Hier werden die Kinder steuerlich diskriminiert, denn ihre Eltern erleben auch im gehobenen Mittelschicht-Milieu durch die Trennung einen heftigen sozialen Abstieg.

  • PS. An meinen anonymen Vorredner:
    Das ganze auf INDIVIDUALVERANTWORTUNG reduzieren zu wollen, mag dem Bedürfnis nach einfacher Denkstruktur entspringen, der Fokus ist dabei (in guter deutscher Tradition) nicht auf die gerichtet, die sich nicht wehren können - UNSERE KINDER!
    Angeblich geht es doch immer um DAS KINDESWOHL (fragen Sie alle Beteiligten!). Diese Verlogenheit kennt (bei Firma deutscher Staat, genauso wie bei vielen, entfremdenden Müttern, manchmal auch Vätern) keine Grenzen.

    Es geht IMMER und ausschließlich um das "Wohl", die Verlustminimierung der Firma D.S: Darauf sind alle judikativen Systeme, Jugendämter etc., ja sogar die Volkssozialisierung abgestellt.

    Desshalb kann ich als Vater von Kindern die ins Ausland entführt wurden, die enormen Schulden die ich aufnehmen musste um der gesetzlichen SorgePFLICHT nachzukommen, auch nirgendwo geltend machen.
    Es ist nicht einmal möglich den Verursacher (die Mutter) auf Schadensersatzbasis in die Verantwortung für ihren Gesetzesbruch zu nehmen.
    Dies schadet direkt wieder meinen Kindern, da mir dadurch die Mittel zur Teilnahme am Leben meiner Kinder, ja selbst meine eigentliche SorgePFLICHT eingeschränkt werden.

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