Stimmung so gut wie zur Einheit
Unternehmen planen massiven Stellenaufbau

Die deutschen Unternehmen wollen angesichts des anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwungs in Zukunft wieder massiv neue Leute einstellen. Zu diesem Ergebnis kommt die Frühjahrsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Doch die Freude ist nicht ungetrübt.

HB BERLIN. „In nahezu sämtlichen Branchen wollen die Unternehmen mehr Personal einstellen“, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Dienstag zu seiner Konjunkturumfrage unter mehr als 20 000 Betrieben mit. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte deshalb um 700 000 sinken. Bislang hatte der DIHK einen Rückgang um eine halbe Million vorausgesagt. Gleichzeitig erhöhte der DIHK seine Wachstumsprognose für 2007. Gebremst werde der Aufschwung allerdings zunehmend vom Fachkräftemangel. Er sei vor allem im gewerblich-technischen Bereich spürbar.

23 Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten zusätzliche Stellen schaffen, wie die Umfrage zeigte. Zu Jahresbeginn hatten das 21 Prozent vor. Nur noch elf Prozent wollen Arbeitsplätze abbauen, zuvor waren es 13 Prozent. Grund für die hohe Einstellungsbereitschaft ist der anhaltende Aufschwung. Ihre Geschäftslage beurteilten die Unternehmen ähnlich gut wie zu Jahresbeginn, als das höchste Niveau seit 1991 erreicht wurde.

Die Aussichten schätzten sie sogar so optimistisch ein wie seit der Vereinigung nicht mehr: 34 Prozent rechnen mit besseren Geschäften in den kommenden zwölf Monaten, nur jedes zehnte Unternehmen geht von einer Verschlechterung aus. Besonders zuversichtlich ist die Industrie, die zunehmend von der inländischen Investitionsnachfrage profitiert. Aber auch Handel, Bauwirtschaft und Dienstleister blicken optimistischer nach vorn.

„Die Unternehmen haben Vertrauen in diesen Aufschwung aufgebaut“, betonte der DIHK. „Sie sehen, dass nicht nur kurzfristige Auftragsspitzen abzuarbeiten sind.“ Immer noch günstige Finanzierungsbedingungen, Rekordkurse an den Aktienbörsen sowie Zuwächse bei Löhnen und Renten beflügelten die Konsumstimmung. „Nach Export und Investitionen entwickelt sich jetzt der Verbrauch der privaten Haushalte zur dritten Stütze der Konjunktur“, hieß es.

Das Wirtschaftswachstum dürfte dem DIHK zufolge in diesem Jahr mit 2,8 Prozent genauso kräftig ausfallen wie 2006. Bislang war er von 2,3 Prozent ausgegangen.

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