Stimmungsindex
Japan-Konjunktur vermiest Industriebossen die Laune

Die Stimmung unter den japanischen Industriemanagern verschlechtert sich. Das ergab eine Quartalsumfrage der Bank von Japan für den Zeitraum Oktober bis Dezember unter rund 11 000 Unternehmen, die am Mittwoch vorgestellt wurde.
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HB TOKIO. Der dabei ermittelte Stimmungsindex für die Großindustrie sank angesichts der Sorgen um die Yen-Stärke und die Deflation um drei Punkte auf plus 5. Das ist der erste Rückgang seit sieben Quartalen. Das Umfrageergebnis fiel aber besser aus als von Ökonomen gedacht. Der positive Index bedeutet, dass die Optimisten noch in der Mehrheit sind. Das dürfte sich in den kommenden drei Monaten jedoch ändern, denn die Industrie erwartet eine weitere Verschlechterung des Vertrauensindexes auf minus 2.

Der von der japanischen Zentralbank alle drei Monate erstellte sogenannte "Tankan"-Bericht zum Geschäftsklima ist eine umfassende Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht. Detailliert beantworteten die Unternehmen Fragen nach ihren Lagerbeständen, Zwischengewinnen oder zu erwartenden Verlusten sowie zu ihren Investitions- und Personalplänen. Anhand eines Indexes wird die Einschätzung der Unternehmen über ihre Geschäftslage bemessen. Das Wort "Tankan" ist eine Abkürzung für "kigyo tanki keizai kansoku chosa", was sich mit "Untersuchung zur kurzfristigen Konjunktureinschätzung der Unternehmen" übersetzen lässt.

In jüngster Zeit zeichnet sich in Japan eine Stagnation in der wirtschaftlichen Erholung ab. Darauf weisen eine geringere Industrieproduktion und eine Drosselung des Exportmotors hin. Nach revidierten Berechnungen der Regierung stieg zwar das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September mit einer hochgerechneten Jahresrate von 4,5 Prozent und damit stärker als zunächst gedacht. Die Tankan-Umfrage ergab zudem, dass die Unternehmen des Landes branchenübergreifend ihre Investitionen im noch bis 31. März laufenden Steuerjahr im Durchschnitt um 2,9 Prozent aufstocken wollen. In der vorherigen Quartalsumfrage war noch eine Ausweitung der Kapitalausgaben um 2,4 Prozent prognostiziert worden.

Doch viele Ökonomen bleiben für Japan weiter pessimistisch und rechnen für das vierte Quartal angesichts schwächerer Exporte und des starken Yen mit einem Schrumpfen des BIP. Japans Wirtschaft ist noch immer in hohem Maße vom Export abhängig. Zudem sorgt sich die Autoindustrie - eine der Hauptantriebskräfte für die Industrieproduktion - dass sich das Auslaufen staatlicher Kaufanreize auf umweltfreundliche Autos auf die Verbraucherausgaben auswirkt.

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