Stimmungsindikatoren sinken
US-Daten wecken Sorgen

Das Geschäftswachstum der Industrie im Großraum New York ist Anfang April überraschend eingebrochen und auf den niedrigsten Wert seit zwei Jahren gefallen. Insgesamt haben gesunkene Stimmungsindikatoren in den USA die Sorgen vor einem verlangsamten Wirtschaftswachstum geweckt.

HB NEW YORK. Der von der Federal Reserve Bank (Fed) von New York ermittelte Index für das Verarbeitende Gewerbe fiel im April auf 3,12 Zähler von revidierten 20,18 Punkten im Vormonat, wie die New Yorker Fed am Freitag mitteilte. Befragte Analysten hatten im Schnitt 19,0 Punkte erwartet. Die Daten der New Yorker Fed gelten als vergleichsweise zuverlässiger und frühzeitiger Indikator für die landesweite Entwicklung der Industrie zu Beginn eines Monats. Allerdings wird der Index noch nicht sehr lange erhoben.

Auch das Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung der größten Volkswirtschaft der Welt trübte sich im April nach vorläufigen Berechnungen der Universität Michigan stärker ein als erwartet. Weitgehend spiegelten sich darin Analysten zufolge die Rekordpreise an den amerikanischen Zapfsäulen wider. „Zumindest an der Oberfläche sieht es so aus, dass die höheren Ölpreise Auswirkungen sowohl auf Unternehmen als auch auf Konsumenten haben“, sagte Volkswirtin Elisabeth Denison von Dresdner Kleinwort Wasserstein. „Damit ist die wirtschaftliche Dynamik zu Beginn des zweiten Quartals schwächer als wir erwartet haben.“

Der Index der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen fiel von Februar auf März um 3,9 auf 88,7 Punkte, wie am Freitag aus New Yorker Finanzkreisen verlautete. Analysten hatten im Schnitt mit einem geringeren Rückgang auf 91,5 Punkte gerechnet. Der Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Die Zahlen aus Michigan waren dabei nur die vorerst letzten aus einer Reihe von Daten, die auf eine Abschwächung der US-Konjunktur hindeuten. Die Umsätze des Einzelhandels im März hatten diese Woche bereits ein Signal in diese Richtung gegeben. Zudem zeigte ein neues Rekordhoch beim Außenhandelsdefizit, dass die Binnennachfrage nach US-Produkten deutlich höher blieb als die aus dem Ausland. Angesichts dessen rechnen viele Analysten mittlerweile damit, dass das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal eher in der Nähe von 3,5 % liegen wird und nicht - wie bislang erwartet - bei vier Prozent.

Dieser Stimmungsumschwung führte sogar dazu, dass manche Analysten einen noch stärkeren Rückgang des Michigan-Indexes befürchteten. Dies erklärt auch, warum die US-Staatsanleihen trotz negativer Daten nicht ihre Kursgewinne ausbauten. Während die Ölpreise sich im Verlauf der Woche etwas entspannt haben, rechnen Analysten wegen der hohen Nachfrage und des knappen Angebots erneut mit Preisanstiegen. US-Finanzminister John Snow sagte am Freitag, die Menschen würden angesichts der hohen Energiekosten zurückhaltender. „Mit Sicherheit hilft das nicht der US-Wirtschaft.“ Allerdings sagte er eine weitere Entspannung voraus, weil Angebot und Nachfrage sich den Gegebenheiten anpassen würden.

Der Michigan-Index der Erwartungen der Verbraucher fiel ebenfalls auf 79,0 von 82,8 Punkten im Vormonat. Der Index der gegenwärtigen Lage sank auf 103,9 von 108,0 Zählern.

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