Straffung der Geldpolitik
Zinserhöhung gilt als sicher

Die Anhebung der Euro-Leitzinsen am Donnerstag gilt an den Finanzmärkten als beschlossene Sache. Alle 60 der von der Nachrichtenagentur Reuters Ende vergangener Woche befragten Analysten gehen davon aus, dass der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) seinen Schlüsselzins um 25 Basispunkte auf drei Prozent erhöhen wird.

FRANKFURT. Eine knappe Mehrheit von 34 Befragten erwartet zwei weitere Zinsschritte im Oktober und Dezember und sieht den Leitzins zum Jahresende bei 3,5 Prozent. Am Geldmarkt sind die zusätzlichen Schritte bereits eingepreist.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat eine „Normalisierung“ des lange sehr niedrigen Zinsniveaus angekündigt. Anfang Juli hatte er signalisiert, dass der Rat Anfang August eine weitere Zinserhöhung beabsichtige, falls die Wirtschaft im Euro-Raum weiterhin um rund zwei Prozent wachse. Verstärkt wurde das Zinssignal durch die Ankündigung, dass sich der Rat trotz Sommerpause in Frankfurt treffe. Normalerweise findet dann nur eine Telefonkonferenz statt. Für die Deutsche Bank sollten die seit Anfang Juli erschienenen Daten dem Rat keinen Anlass gegeben haben, seine Meinung zu ändern.

Eine Zinserhöhung Anfang August würde bedeuten, dass die EZB die Frequenz ihrer Zinsschritte erhöht. Seit Dezember 2005 hatte sie die Leitzinsen drei Mal im Quartalsrhythmus um jeweils 25 Basispunkte angehoben, zuletzt im Juni.

Für Ken Wattret, Volkswirt von BNP Paribas, wäre eine Beschleunigung des Tempos von den Daten zu Inflation, Wachstum und Geldmenge her nicht nur gerechtfertigt, sondern überfällig. So war die Teuerungsrate im Juni mit 2,5 Prozent erneut unerwünscht hoch. Kevin Gaynor, Chefvolkswirt der Royal Bank of Scotland, befürchtet, dass die EZB ihre Inflationsprognose im September erneut anheben muss. Im Juni hatte sie 2,3 Prozent für 2006 und 2,2 Prozent für 2007 vorhergesagt.

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