Streit um Anleihekauf
Britische Notenbank tief gespalten

Die britischen Notenbanker streiten über ihren geldpolitischen Kurs. Einige wollen keine zusätzlichen Anleihen kaufen, andere wollen frisches Geld in die Wirtschaft pumpen - so auch Notenbankchef Mervyn King.
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BerlinDie britische Notenbank bleibt über den geldpolitischen Kurs tief gespalten. Sechs Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses sprachen sich auf der Juni-Sitzung gegen zusätzliche Anleihenkäufe aus, drei waren für eine Aufstockung um 25 Milliarden Pfund. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll hervor. Die wirtschaftliche Lage in Großbritannien hat sich nach Auffassung der Notenbanker zwar leicht verbessert. Sie zogen daraus aber unterschiedliche Schlüsse.

Der scheidende Notenbankchef Mervyn King wollte angesichts der Schuldenkrise in der Euro-Zone und schwachen Lohnzuwächsen in Großbritannien frisches Geld in die Wirtschaft pumpen. Andere Notenbanker sprachen sich dagegen aus und verwiesen auf die Inflationsgefahren. Die Teuerungsrate liegt derzeit mit 2,7 Prozent über dem Zielwert von zwei Prozent.

Das Kaufprogramm ruht seit Oktober 2012. Es hat ein Volumen von 375 Milliarden Pfund. King gibt zum Monatsende sein Amt nach 20-jähriger Karriere in der Bank of England an Mark Carney ab, der bis vor kurzem Chef der Zentralbank von Kanada war. Analysten schätzen die Chancen, dass Carney das Kaufprogramm noch dieses Jahr hochfahren könnte, auf unter 50 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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