Strom und Gas wesentlich teurer als im Vorjahr
Inflation geht mit fallendem Ölpreis zurück

Wegen der sinkenden Ölpreise ist im November die Inflation in Deutschland zurück gegangen. Die privaten Haushalte mussten 1,8 Prozent mehr für ihre Lebenshaltung ausgeben als vor einem Jahr, nachdem die Preise im Oktober noch um 2,0 Prozent gestiegen waren, wie das Statistische Bundesamt am Freitag nach endgültigen Berechnungen mitteilte.

HB WIESBADEN. Von Oktober auf November sanken die Preise um 0,4 %. Im Vormonat waren sie noch im Monatsvergleich um 0,2 % gestiegen. Damit bestätigte das Amt seine erste Schätzung von Ende November. Ohne die Mineralölprodukte wären die Verbraucherpreise zum Vormonat nur um 0,1 % gesunken, die Jahresrate hätte bei 1,4 % gelegen. „Dank des Abflauens der Energiepreise ist die Inflation deutlich von den zuletzt höheren Werten zurückgegangen“, sagte Bernd Weidensteiner von der DZ Bank. „Wenn die Ölpreise mehr oder weniger stabil bleiben, sollte die Inflation in der Euro-Zone in den kommenden Monaten knapp unter die Zwei-Prozent-Marke fallen.“

Im Vergleich zum Vorjahr wirkten die Energiekosten dagegen preistreibend. Die Heizölpreise stiegen binnen Jahresfrist um mehr als 26 %, Kraftstoffe kosteten acht Prozent mehr als im November 2003, Diesel sogar 16 % mehr. „Der bisherige Jahreshöchststand der Preise für Mineralölerzeugnisse wurde im Oktober 2004 beobachtet“, erklärten die Statistiker. Ende Oktober hatte der Ölpreis der führenden Nordseesorte Brent knapp die 50-Dollar-Marke überschritten, fiel aber bis Ende November wieder unter 45 Dollar pro Barrel (159 Liter). Am Freitagvormittag lag der Preis bei rund 40 Dollar.

Entsprechend der gesunkenen Ölpreise auf den Weltmärkten mussten im November auch die deutschen Verbraucher weniger für Energie bezahlen. „Im Vergleich zum Vormonat führte dies zur Entspannung der Preisentwicklung sowohl bei leichtem Heizöl (minus 11,5 %) als auch bei Kraftstoffen (minus vier Prozent).“

Billiger als im Vorjahr waren Computer, Drucker, Telefone und Faxgeräte, die rund elf Prozent weniger kosteten. Foto- und Filmausrüstungen kosteten etwa sieben Prozent weniger. Wie in den vergangenen Monaten entwickelten sich die Lebensmittel verbraucherfreundlich und waren im Schnitt 1,3 % günstiger als im Vorjahr. Gemüse verbilligte sich um mehr als zehn Prozent, Kartoffeln um gut 16 %. Kaffe kostete 5,5 % weniger, während sich Fisch um fast zwei Prozent verteuterte. Im Vergleich zum Oktober verbilligten sich Nahrungsmittel im Schnitt nur minimal. Wie für die Jahreszeit typisch wurden Pauschalreisen um fast sieben Prozent günstiger und Übernachtungen um knapp zwei Prozent.

Tiefer in die Tasche greifen mussten die Verbraucher hingegen für Strom und Gas. Strom kostete knapp vier Prozent mehr als vor einem Jahr, Gas gut zwei Prozent mehr.

Der für die europäische Geldpolitik maßgebliche harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) sank den Angaben zufolge um 0,4 % zum Vormonat und lag damit 2,0 % über dem Niveau vom November 2003. Das Amt revidierte hier seine ersten Berechnungen leicht nach oben.

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