Strukturveränderungen gefordert: GfK-Chef: Konjunkturprogramm wäre unnütz

Strukturveränderungen gefordert
GfK-Chef: Konjunkturprogramm wäre unnütz

GfK-Chef Klaus Wübbenhorst hat sich gegen Konjunkturprogramme zur Stärkung des schwachen Konsums in Deutschland ausgesprochen. „Konjunkturprogramme selber kurieren nur an Symptomen“, sagte Wübbenhorst in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit Reuters-TV.

HB NÜRNBERG.„Sie müssen mit Strukturveränderungen zusammengehen. Sonst ist das eigentlich nur ein Strohfeuer.“ Umfragen der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hätten ergeben, dass das Vertrauen der Menschen in die Politik in Deutschland so gering sei wie sonst nirgendwo in Europa. Wichtig sei deshalb mehr Verlässlichkeit der Politik. Die Bundesregierung hatte jüngste Berichte über ein bevorstehendes Konjunkturprogramm dementiert.

Wübbenhorst bezeichnete die Entwicklung der Verbraucherstimmung als insgesamt positiv und betonte, dass die Menschen etwa den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar auf die Rekordmarke von fünf Mill. vor allem als statistischen Effekt der Hartz IV-Reformen sähen. „Also insgesamt ist das Fundament der Stimmung etwas besser geworden. Schlechte Nachrichten werden nicht mehr ganz so negativ wahrgenommen“, sagte Wübbenhorst.

Das von der GfK ermittelte Konsumklima für März war auf 4,8 von 4,2 Punkten im Februar gestiegen. Die rund 2 000 Befragten bewerteten in der GfK-Umfrage zwar die Konjunktur und ihre zukünftige Finanzlage wieder etwas skeptischer, planten aber etwas mehr größere Anschaffungen.

Wübbenhorst sagte, der Effekt der Einkommensteuerentlastung komme quasi einer zusätzlichen Lohnerhöhung von etwa ein bis zwei Prozentpunkten gleich. „Sie müsste in den Portemonnaies der Verbraucher seit Januar zu spüren sein.“ Für das gesamte Jahr rechne die GfK weiterhin mit einem Anstieg des privaten Konsums von 0,8 %. Dies sei zwar deutlich besser als der Rückgang im vorigen Jahr, bedeute aber nicht, „dass die Konsumenten nun die Kaufhäuser stürmen“, sagte Wübbenhorst. „Man wird kaufen, aber nach wie vor vorsichtig und auch sehr wählerisch sein.“

Das unerwartete Schrumpfen der Wirtschaftsleistung zum Jahresschluss 2004 habe die Verbraucher zudem skeptischer gemacht. „Man ist vorsichtiger geworden.“

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