Studie
Ältere Menschen in Deutschland sind häufiger arbeitslos

Der rot-grünen Reformpolitik zum Trotz sind ältere Arbeitnehmer und Menschen mit geringer Qualifikation Verlierer am deutschen Arbeitsmarkt. Diese Gruppen schneiden auch im internationalen Vergleich schlechter ab.

HB GÜTERSLOH. Auch im internationalen Vergleich seien diese Gruppen besonders benachteiligt, ergab die Studie „Benchmarking Deutschland: Arbeitsmarkt und Beschäftigung 2004“ der Bertelsmann Stiftung. Besonders dramatisch sei die Lage von Arbeitnehmern im Alter von 55 bis 64 Jahren, teilte die Stiftung am Mittwoch in Gütersloh mit. 2002 sei jeder Zehnte dieser Gruppe arbeitslos gewesen. In den USA, in Großbritannien und der Schweiz lag die Quote zwischen zwei und vier Prozent.

„Die Ergebnisse unserer Studie belegen, dass die eingeleiteten Reformen auf dem Arbeitsmarkt sowie in der Sozial- und Steuerpolitik bislang kaum zum Abbau bestehender Strukturdefizite beitragen konnten“, sagte der Präsidiumsvorsitzende der Stiftung, Prof. Heribert Meffert.

Auch bei der Erwerbsbeteiligung der Älteren schneidet Deutschland der Studie zufolge schlecht ab: Nur 43 Prozent der Altersgruppe bieten ihre Arbeitskraft überhaupt noch an. In Schweden und der Schweiz seien dagegen mehr als zwei Drittel der älteren Menschen berufstätig. Bei der Lage der Menschen mit geringen Qualifikationen ergebe sich ein ähnlich düsteres Bild: Mit einer Arbeitslosenquote von 13,5 Prozent liege Deutschland hier international auf einem Spitzenplatz. In der Schweiz, Norwegen und den Niederlanden betrage die Quote nur zwischen drei und fünf Prozent.

Die hohe Zahl Langzeitarbeitsloser in Deutschland zeigt laut Studie zudem, wie gering derzeit die Chancen sind, eine neue Beschäftigung zu finden. Nahezu jeder zweite Arbeitslose sei bereits länger als ein Jahr ohne Job. Vor Italien und Belgien liegt Deutschland hier auf dem drittletzten Platz.

In der Studie wird der Wirtschafts- und Sozialstandort Deutschland anhand von 160 Kriterien mit 14 europäischen Ländern sowie den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Japan verglichen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%