Konjunktur
Studie: Hedge-Fonds müssen ihre Rendite-Träume in nächster Zeit begraben

Hedge-Fonds müssen einer Studie zufolge in den kommenden drei Jahren mit geringeren Renditen als bisher rechnen.

dpa-afx LONDON. Hedge-Fonds müssen einer Studie zufolge in den kommenden drei Jahren mit geringeren Renditen als bisher rechnen. Der Druck auf die mit hochriskanten Anlagestrategien arbeitenden Fonds komme aus zwei Richtungen, hieß es in einer am Montag vorgelegten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Kpmg und des britischen Forschungsinstituts Create. Zum einen werde größere Transparenz von ihnen verlangt, zum anderen würden herkömmliche Fondsgesellschaften die Investmentideen der Hedge-Fonds immer häufiger kopieren.

Die beiden Faktoren führen nach Ansicht der Autoren dazu, dass die Hedge-Fonds-Manager ihre eigenen Renditeaussichten erheblich überschätzten. Eine weltweite Umfrage habe ergeben, dass mehr als die Hälfte der Befragten bis zum Jahr 2008 noch jährliche Gewinnmargen zwischen elf und zwanzig Prozent erwarteten, wie dies in den vergangenen drei Jahren der Fall gewesen sei. Dabei lassen die Fondsmanager nach Ansicht der Verfasser der Studie außer acht, dass die von ihnen angewandte Methode, selbst bei sinkenden Aktienkursen noch Gewinne zu machen, angesichts der derzeitigen Börsensituation auf immer weniger Interesse stoße.

Mehr Transparenz Gefordert

Gleichzeitig nehmen der Studie zufolge die Forderungen nach mehr Transparenz bei den Hedge-Fonds zu. Als Grund dafür wird auf die erheblichen Zuflüsse an Barmitteln durch Pensionsfonds verwiesen. Auch in westlichen Industrieländern werden ähnliche Forderungen lauter.

So hatte sich jüngst Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für mehr Offenheit bei den Hedge-Fonds eingesetzt. In der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" forderte zudem der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, eine globale Regulierung der hoch spekulativen Hedge-Fonds. Sie seien "die schwarzen Löcher des Weltfinanzsystems", die niemand kontrolliere.

Allerdings werden sich die sieben führenden Industrieländer und Russland (G8) bei ihrem Gipfeltreffen in dieser Woche auf keine gemeinsame Strategie zur stärkeren Kontrolle von Hedge- Fonds verständigen. Wie Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach am Montag in Berlin mitteilte, wird es kein G8-Dokument zu Hedge-Fonds geben. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) werde sich jedoch dafür aussprechen, dass eine Harmonisierung der Regeln zur Beobachtung und Kontrolle der Hedge-Fonds sinnvoll wäre.

Schlechtes Ergebnis Erwartet

Die Branche sei vor allem wegen des Bärenmarktes der Jahre 2000 bis 2003 stark gewachsen, hieß es in der Studie weiter. Inzwischen gebe es schätzungsweise 8 000 Hedge-Fonds, die über ein Anlagevermögen von rund einer Billion Dollar verfügten. Die meisten Hedge-Fonds veröffentlichen ihre Ergebnisse jedoch nicht. Branchenbeobachter gehen aber davon aus, dass sie im zweiten Halbjahr 2004 schlecht abgeschnitten haben.

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