Studie
Weltweite Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau

Die globale Beschäftigungssituation bleibt sehr angespannt. In Europa wird es noch lange dauern, bis sie das Niveau vor der Finanzkrise erreicht. Deutschland bildet eine der wenigen Ausnahmen.
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GenfDie Lage auf den Arbeitsmärkten in den meisten Ländern der Welt ist der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zufolge alarmierend. Die Sparpakete der Länder und scharfe Reformen am Arbeitsmarkt hätten nicht zur Schaffung neuer Stellen geführt, teilte die Sonderorganisation der Vereinten Nationen in der Nacht zum Montag in ihrem Jahresbericht mit.

Besonders Europa kommt schlecht weg. Die Regierungen hätten beim Thema Beschäftigung versagt, resümiert die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in ihrem neuen Bericht „Welt der Arbeit“. Mit ihren Sparprogrammen hätten sich vor allem südeuropäische Länder darauf konzentriert, ihre Defizite zu kürzen, anstatt Arbeitsplätze zu schaffen. Dies habe zu Verschlechterungen bei der Beschäftigung geführt.

Ende 2011 seien weltweit 196 Millionen Menschen arbeitslos gewesen, Ende 2012 werden es 202 Millionen sein, hieß es. In den Industrieländern und dort vor allem in Europa werde die Beschäftigung nicht vor Ende 2016 wieder das Vor-Krisen-Niveau von 2008 erreichen. Die ILO hatte bislang eine solche Besserung bis Ende 2014 erwartet.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit 183 Mitgliedsstaaten. Dabei sind auch die jeweiligen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen mit Sitz und Stimme vertreten.

Die schlechte Entwicklung werde einhergehen mit einer Abschwächung der Produktion. 40 Prozent der Arbeitslosen in den entwickelten Ländern im Alter zwischen 25 und 49 Jahren hätten bereits seit mehr als einem Jahr keinen Job mehr, erklärte die ILO. Vor allem unter den jungen Erwachsenen habe sich die Zahl der Arbeitslosen stark erhöht, was zu einem steigenden Risiko sozialer Unruhen etwa in Afrika und dem Nahen Osten führe.

Deutschland indes gehört der Organisation zufolge ebenso wie Österreich zu den wenigen Ländern, die seit 2007 steigende Beschäftigungsraten haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Studie: Weltweite Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau"

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  • Mit dieser Kreislauftheorie, haben Sie die ganze VWL jetzt revolutioniert! Immerhin können sie nicht einmal Geld von Kapital unterscheiden. Bei Ihrem Blutkreislauf geht zwar nichts verloren, aber vermampfte Euros bringt niemand mehr zurück. Gründen Sie eine Zirkulationspartei und fordern Sie die Welt auf das Kapital in Deutschland und der Eurozone zirkulieren zu lassen. Das wechselt dann lediglich den Besitzer, aber wir können uns dann alle Güter dieser Auch würde ich anregen wollen, das das Kapital auch zu mir zirkuliert, ich frage mich seit Ihrem post wo das nur abgeblieben ist!

  • @ Oeconomicus

    DANKE für ihren Kommentar!
    Ich wünsche mir, das immer mehr Menschen wie Sie denken und argumentieren!
    Nichts ist alternativlos, nichts ist unveränderbar.
    Wir alle in diesem Land sind Staat, wir alle sollten uns für eine faire lebenswerte Gesellschaft einsetzten, in welcher nicht der Sozialdawinismus und Egoismus siegt, sondern das miteinander in einem intakten Gemeinwesen. Egomanen und ICH-linge haben FERTIG!

  • @frankxps

    Teil II

    Vielleicht noch ein Blick auf junge Menschen, die „alles richtig gemacht“ haben, also ein ordentliches Studium absolvierten, um danach festzustellen, dass sie von Arbeitslosigkeit unterbrochen, bestenfalls als Volontär – oft unbezahlt oder zu ähnlichen Konditionen w.o. - ihren Karriereweg beginnen dürfen … und dies nicht selten über Jahre hinweg.

    Nein, solche realen Lebensumstände sind sklavenähnlichen Verhältnissen mit Körperstrafen nicht gleichzusetzen, so zumindest ist Ihre Argumentation zu verstehen.

    Die andere Seite der Medaille ist die Position der Zeitarbeitsfirmen und von deren, politisch gewollten Segnungen profitierender Konzerne [vgl. mit der Videoreportage].

    Dort werden die Taschen unter Ausnutzung solcher prekären Arbeitsverhältnisse und -bedingungen gefüllt.

    Man muss kein Historiker sein, um Parallelen zu Sklavenhaltern zu erkennen.

    Sollte es Ihnen möglich sein, über Ihren eigenen Tellerrand zu blicken, könnten Sie die wahren Ursachen des arabischen Frühlings erkennen.

    Es bleibt Ihnen unbenommen, die Folgen der aktuellen Krise für die Menschen in Griechenland, Italien, Spanien, Portugal … and more to come, zu beleuchten.

    Besonders schlimm trifft es dort die ständig wachsende Gruppe von Menschen, die ohne Job, ohne Einkommen und ohne Lebensperspektiven die Zeche für korrupte Netzwerke und massives Polit-Versagen bezahlen müssen … in vielen Fällen OHNE auf Sozialleistungen [weil entsprechende Regelungen unzureichend oder nicht vorhanden sind] zurückgreifen zu können.

    Es bleibt Ihnen zu wünschen, meine im Eingangsposting dargelegten Argumente und Begrifflichkeiten nunmehr einordnen zu können.

    Abschließend ist Ihrem Geschäftsmodell nur ein erträglicher Wettbewerbsdruck zu gönnen … hoffen Sie darauf, dass dies auf Sicht auch so bleibt.

    Oeconomicus

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