Studie zur Rezession
IWF: Erholung nur im Schneckentempo

Trotz einiger positiver Signale aus der Weltwirtschaft macht der Internationale Währungsfonds erst einmal wenig Hoffnung. Nach einem Auszug des IWF-Weltwirtschaftsausblicks wird sich die Wirtschaft nach der schweren weltweiten Krise nur sehr langsam erholen.

HB WASHINGTON. Die derzeitige Rezession sei besonders hartnäckig, weil eine Finanzkrise mit einem globalen Abschwung einhergehe, heißt es in einem am Donnerstag vorgelegten Teilbericht des IWF-Weltwirtschaftsausblicks. Während die Rezession in solchen Fällen typischerweise zwei Jahre dauere, brauche es dann noch einmal dreieinhalb Jahre, bis die Wirtschaftsleistung wieder den Stand wie zum Beginn des Abschwungs erreicht habe, sagte IWF-Ökonom Marco Terrones. Allerdings habe es in der Vergangenheit nur wenige Vergleichsbeispiele gegeben.

Bei solchen Rezessionen hätten sich Konjunkturprogramme als bessere und verlässlichere Instrumente im Kampf gegen die Krise als geldpolitische Maßnahmen erwiesen, hieß es in der Studie weiter. Ökonomen werteten für die Untersuchung die Konjunkturzyklen von 21 Industrieländern seit 1960 aus.

Dabei habe sich herausgestellt, dass die gegenwärtige Rezession wahrscheinlich "ungewöhnlich lang und hart wird und die Erholung sich nur allmählich einstellt". Konjunkturkrisen, die zahlreiche Industriestaaten zugleich heimsuchten, habe es seit 1960 und vor der jetzigen nur dreimal gegeben: 1975, 1980 und 1992.

Die IWF-Ökonomen sprechen sich in der Studie für den massiven Einsatz von Konjunkturprogrammen aus: "Fiskalische Maßnahmen scheinen eine verlässlichere Hilfe während solcher Episoden zu sein", heißt es in der Studie. Geldpolitische Maßnahmen seien während Finanzkrisen in der Vergangenheit hingegen weniger effektiv gewesen. Eine der wichtigsten Maßnahmen sei, das Vertrauen in die Finanzwirtschaft wieder herzustellen.

Nach der jüngsten Einschätzung des Internationalen Währungsfonds wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr zum ersten Mal seit 60 Jahren schrumpfen. Der Fonds rechnet mit einem Minus zwischen 0,5 und einem Prozent. Für die Eurozone erwartet der Fonds einen Einbruch um 3,2 Prozent, in den USA wird ein Minus von 2,6 Prozent erwartet. Allerdings soll es 2010 schon wieder aufwärtsgehen: Für das kommende Jahr sagt der Fonds ein globales Plus zwischen 1,5 und 2,5 Prozent voraus.

IWF und Weltbank kommen am übernächsten Wochenende in Washington zu ihrer traditionellen Frühjahrstagung zusammen. Im Vorfeld werden beide Institutionen ihre jüngsten Einschätzungen zur Lage der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte vorlegen.

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