Studien
Japans hohe Steuern verschrecken die Unternehmen

Noch Anfang der 90er Jahre hatte Japan die Führung in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit inne. Seit 1993 ging es dann kontinuierlich abwärts. Zwei Studien untersuchten, wo das Land heute steht. Demnach hat sich viel getan. Doch die Einschätzungen zur wirtschaftlichen Leistung gehen weit auseinander.

bfai TOKIO. Japan hat sich im Jahr 2005/2006 in der Rangliste der allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit um vier Plätze nach vorne gearbeitet und erreichte in der Allgemeinwertung Rang 17 (Deutschland: Rang 26 nach Rang 23), so eine am 11.05.06 veröffentlichte Studie der IMD Business School in Genf. Hingegen kam eine Untersuchung des World Economic Forum (WEF) vom September 2005 zu dem Ergebnis, dass Japan 2005/2006 gegenüber der Vorjahresstudie um drei Plätze auf Rang 12 abgefallen war (Deutschland: Rang 15 nach Rang 13).

Noch Anfang der 90er Jahre lag Japan in IMD-Studien ganz vorn. Seit 1993 ging es jedoch in der Platzierung kontinuierlich bis auf Platz 30 im Jahr 2002 hinunter. Dabei schnitt der Bereich Wissenschaft und Forschung besonders schlecht ab. Auch gemäß des WEF hat Japan bereits schlechtere Zeiten gesehen mit einer Wachstumswettbewerbsfähigkeit, die 2001 auf Rang 21 lag, vor allem aufgrund eines zu geringen Ausbaus der Informations- und Kommunikationstechnologien.

In der Zwischenzeit hat sich in Japan viel getan. In ihren Untersuchungen über das Jahr 2005 bescheinigen beide Institutionen Japan im technologischen Bereich eine sehr gute Leistung. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben sind hoch, ebenso wie die Zahl der Patentanmeldungen. Heutzutage werden in den Unternehmen technologische Neuerungen sehr schnell umgesetzt. In punkto Infrastruktur schneidet Japan insgesamt sehr gut ab und landet auf vorderen Rängen, hauptsächlich wegen der fortgeschrittenen und relativ preiswerten Informations- und Kommunikationsnetzwerke und des effizienten Schienenverkehrs.

Sehr unterschiedlich fiel jedoch die Einschätzung der makroökonomischen Leistung und des Umfeldes aus. Nach Bewertung der IMD konnte der Inselstaat gegenüber 2004 sechs Punkte wett machen und den 15. Platz erreichen. Denn Japans Wirtschaft ist 2005 spürbar gewachsen, die Unternehmen haben zum Teil sehr gute Gewinne eingefahren und die Investitionen im Land deutlich erhöht. Das hat auch dazu geführt, dass beim Maßstab Unternehmenseffizienz Japan zwölf Ränge nach vorn schnellte und auf Platz 23 landete.

Jedoch erreicht Japan im Wachstumswettbewerbsindex des WEF für die Entwicklung des makroökonomischen Umfeldes lediglich Platz 42. Das hat sicherlich damit zu tun, dass die Unternehmenseffizienz zwar als sehr gut eingestuft, allerdings die Qualität des nationalen Geschäftsumfeldes weniger positiv gesehen wird. Als Hindernisse eines besseren Abschneidens Japans steht zuallererst die nach wie vor astronomisch hohe Staatsverschuldung, gepaart mit hoher Verschwendung. Das wirkt sich auch auf ausländische Unternehmen aus, die nur schwer an öffentlichen Ausschreibungen erfolgreich herankommen. Nicht zuletzt wirken sich hohe Unternehmenssteuern auf die Platzierung aus.

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