Tacke: "Einzelmaßnahmen sinnlos"
Hoher Ölpreis trübt Konjunktur-Erwartungen ein

Nach Einschätzung von Volkswirten dürfte der rasante Ölpreis-Anstieg die Stimmung unter deutschen Firmen im August etwas eingetrübt haben. Isolierte deutsche oder EU-Maßnahmen gegen den hohen Ölpreis hält Wirtschaftsstaatssekretär Alfred Tacke allerdings für sinnlos.

HB NEUHARDENBERG/BERLIN. „Einzelne Entscheidungen können das nicht beeinflussen“, sagte der Beauftragte von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für die Weltwirtschaftsgipfel und Wirtschaftsstaatssekretär Alfred Tacke am Montag im brandenburgischen Neuhardenberg auf Journalistenfragen. Er bezog sich damit auf Vorschläge, im EU-Rahmen oder national mit fiskalischen Maßnahmen oder dem Verkauf strategischer Ölreserven den Ölpreis zu senken. Die globale Nachfrage und das weltweite Angebot an Öl spielten die entscheidende Rolle, sagte Tacke. Der hohe Ölpreis von zuletzt fast 50 Dollar je Barrel (159 Liter) beinhalte zwar auch eine Risikoprämie, die mit den großen politischen Unsicherheiten in den Ölregionen im Nahen Osten zusammenhänge. Der Ölpreis sei aber maßgeblich Folge der hohen Nachfrage durch die weltweit - insbesondere aber in Asien - günstige Konjunktur. Tacke räumte allerdings ein: „Weltweit wird davon ausgegangen, dass Ölpreise um die 30 Dollar erträglich sind und harmonisieren mit dem weltwirtschaftlichen Aufschwung“.

Ungeachtet der hohen Ölpreise beurteilte Tacke die weltwirtschaftliche Lage als herausragend gut. „Ich würde sagen, es kann fast nicht besser sein“, sagte der Sherpa des Bundeskanzlers. Auch die Signale für das zweite Halbjahr seien positiv. Günstig seien ebenfalls die Aussichten für Deutschland, wenn auch in geringerem Ausmaß. „Ich glaube, dass wir ein ganz gutes Wachtumssignal haben für dieses Jahr“, erklärte Tacke. Er gehe davon aus, dass die Binnennachfrage dem immer noch dominierenden Exportaufschwung bald folgen werde und sich dann die Lage am Arbeitsmarkt bessern werde. „Insgesamt treibt ein Wachstum von 1,5 bis zwei Prozent (wie es die Regierung für 2004 vorhersagt) die Beschäftigung“, sagte Tacke, der sich zudem positive Auswirkungen der Arbeitsmarktreformen der Regierung erwartet.

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