Talfahrt des Dollars ein Unsicherheitsfaktor: IWF: Weltwirtschaft hängt zu stark von USA und China ab

Talfahrt des Dollars ein Unsicherheitsfaktor
IWF: Weltwirtschaft hängt zu stark von USA und China ab

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Abhängigkeit der Weltwirtschaft von den Wachstums-Motoren USA und China als "riskant" bezeichnet.

HB WASHINGTON. "Das globale Wachstum ist in unangemessener Weise an die USA und China gekoppelt: Die Eurozone und Japan, die zusammen fast ein Viertel des Welt-Bruttosozialprodukts ausmachen, haben einmal mehr enttäuscht", schreibt der IWF in seinem "World Economic Outlook", der Mitte April vorgestellt wird und dem Handelsblatt (Montagausgabe) bereits vorliegt. Sollte diese Situation anhalten, würden die globalen Ungleichgewichte zunehmen. "Damit würde sich das Risiko erhöhen, dass es später zu einem stärkeren Abschwung kommt - vor allem, wenn die USA und China gleichzeitig von einer konjunkturellen Abkühlung erfasst werden."

Angesichts eines historisch hohen Leistungsbilanzdefizits bestehe in Amerika die Gefahr, dass die langfristigen Zinsen ansteigen und den Binnenverbrauch dämpfen. Dies könne sich besonders dann als schädlich erweisen, wenn dahinter die Sorge vor einer steigenden Inflation stehe oder das ausländische Interesse an US-Aktien nachlasse. "Falls höhere Zinsen in Amerika auch anderswo die langfristigen Sätze in die Höhe treiben, stiege darüber hinaus das Risiko eines synchronisierten Abschwungs auf den Immobilienmärkten", warnt der IWF.

Auch die Talfahrt des Dollars, der seit Anfang September handelsgewichtet um rund fünf Prozent an Wert verloren habe, sei ein Unsicherheitsfaktor. "Bislang ist die Anpassung jedoch in geordneten Bahnen erfolgt, und die Märkte scheinen zuversichtlich zu sein, dass die Entwicklung weiterhin ruhig verläuft", schreibt der Fonds Im Lichte des hohen Defizits in der US-Leistungsbilanz sei eine weitere Abertung des Dollars auf mittlere Sicht ebenso wahrscheinlich wie eine Aufwertung anderer Währungen.

Zum Abbau globaler Ungleichgewichte empfiehlt der IWF eine Doppel-Strategie: Der Binnenkonsum in Amerika müsse langsamer wachsen als das Bruttoinlandsprodukt. In Ländern mit einem Leistungsbilanz-Überschuss wie etwa Deutschland solle der Binnenverbrauch hingegen schneller zulegen. Außerdem mahnt der Fonds mittelfristig eine Konsolidierung des Haushaltsdefizits in den USA an. In Europa und Japan müssten hingegen die Binnennachfrage sowie das Wachstum durch weitere strukturelle Reformen stimuliert werden. Für die asiatischen Schwellenländer rät der IWF zu einer Flexibilisierung der Wechselkurse sowie zu einer Neuordnung des Finanz-Sektors.

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