Tarifpolitik
IG Metall befürwortet variable Lohnerhöhungen

Die IG Metall hat nach einem Bericht des Handelsblatts (Dienstagsausgabe) Bereitschaft signalisiert, in der Tarifrunde 2007 einen Teil der Lohnerhöhungen in Form variabler Einmalzahlungen abzuschließen. Vorbild dafür ist eine erstmals im vergangenen Jahr getestete Regelung, wonach die Betriebe einen Betrag von 310 Euro je nach Ertragslage erhöhen oder kürzen konnten.

BERLIN. „Zu dieser Regelung stehe ich“, sagte der nordrhein-westfälische Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, dem Handelsblatt. Dieser Ansatz könne in Zukunft „kreativ verändert und verbessert“ werden. Bisher war unklar geblieben, ob die Gewerkschaft den 2006 eingeschlagenen Weg der Flexibilisierung fortsetzen würde.

Eine klare Absage erteilte Wetzel allerdings der Arbeitgeber-Forderung nach einem ertragsabhängigen Weihnachtsgeld. Anders als eine variable Einmalzahlung beziehe sich dieser Ansatz nicht nur auf bestimmte Teile einer Lohnerhöhung, sondern greife „direkt in den Bestand der Tarifverträge“ ein. „Das funktioniert mit uns nicht“, betonte Wetzel. Zugleich warnte er die Arbeitgeber davor, die IG Metall ständig mit neuen Flexibilisierungsmodellen zu konfrontieren. „Dann bekommen sie am Ende gar nichts davon“, drohte er. „Eine solche Salamitaktik verfängt bei uns nicht.“

Die Arbeitgeber hatten in der Tarifrunde für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie vor Ostern einen Lösungsvorschlag vorgelegt, der neben Lohnerhöhungen von nominal drei Prozent eine Flexibilisierung des Weihnachtsgelds vorsieht. Abweichend vom bisherigen Niveau von 55 Prozent eines Monatslohns soll die Zahlung danach anhängig von der Ertragslage im einzelnen Betrieb um 15 Prozentpunkte nach oben oder unten schwanken können.

Wetzel warf den Arbeitgebern vor, die Tarifrunde mit solchen Vorschlägen unnötig zu belasten und drohte mit heftigen Warnstreiks nach Ablauf der Friedenspflicht Ende April. „Wenn die so weiter taktieren, wie ich das bisher wahrnehme, dann sind Warnstreiks unausweichlich“, sagte er. „Und wenn wir Warnstreiks organisieren, dann machen auch keine halben Sachen.“ Die IG Metall fordert insgesamt 6,5 Prozent mehr Lohn.

Nordrhein-Westfalen nimmt in den seit Mitte März laufenden Tarifverhandlungen neben Baden-Württemberg traditionell eine Schlüsselrolle ein. In beiden Bezirken findet am kommenden Montag die jeweils dritte Verhandlungsrunde statt. 2006 hatte die IG Metall fünf Prozent mehr Lohn gefordert und damit Lohnerhöhungen von drei Prozent sowie die variable Einmalzahlung von 310 Euro erreicht.

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