Teuerung im Mai
Eurozone importiert die Inflation

Die Teuerungsrate in der Euro-Zone ist im Mai erstmals seit knapp einem Jahr leicht gefallen. Sie bleibt aber mit 2,7 Prozent auf hohem Niveau - und aus den Schwellenländern droht Europa Unheil an der Preisfront.
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BrüsselDie Angaben des Statistikamts Eurostat zeigen, dass der weltweite Anstieg der Inflationsraten auch vor den Toren der Europäischen Währungsunion nicht Halt macht. Die Verbraucherpreise stiegen nur noch um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Brüssel mit. Im April hatte es mit 2,8 Prozent noch den stärksten Anstieg seit zweieinhalb Jahren gegeben. Trotz des ersten Rückgangs seit August 2010 blieb die Teuerungsrate deutlich über der Marke von zwei Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht. Um die Inflation einzudämmen, hat sie für Juli eine Zinserhöhung signalisiert. In Deutschland ist die Rate mit 2,3 Prozent noch unterdurchschnittlich.

Bereits im April hatte die EZB ihren Leitzins von 1,0 auf 1,25 Prozent angehoben und damit zum ersten Mal seit knapp drei Jahren ihre Geldpolitik gestrafft. Verglichen mit dem Vormonat blieben die Preise stabil. Während Lebensmittel 0,5 Prozent mehr kosteten als im April, gaben wie nach den Osterferien üblich die Preise für Reisen nach.

Im Vergleich zu Großbritannien oder den USA, ganz zu schweigen von China oder Indien, nimmt sich die Inflation im Euro-Raum zwar nicht besonders furchterregend aus. Doch anders als ihre Kollegen in London und Washington nehmen die Notenbanker der EZB die Inflationsgefahr sehr ernst. Am 7. Juli dürften sie bereits zum zweiten Mal seit Beginn der wirtschaftlichen Erholung ihren Leitzins auf dann wohl 1,5 Prozent anheben. Die EZB sehe die Preisstabilität in Gefahr und werde alles tun, damit die steigenden Rohstoffpreise nicht in die Inflationserwartungen einflössen, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet erst am Montag wieder. Die Befürchtung der EZB: Wenn die Inflation erst einmal zu steigenden Löhnen geführt hat, kann nur noch eine Rezession die Inflationsspirale unterbrechen.

Ob das Zinsmanöver der EZB aussichtsreich ist, solange die US-Notenbank nicht mitmacht, ist unter Experten umstritten. Während die Mehrzahl der deutschen und viele europäische Bankvolkswirte die EZB-Linie stützen, vertritt Patrick Artus, Chefvolkswirt der französischen Investmentbank Natixis, eine andere Meinung: Weil der Inflationsdruck von der weltweiten Rohstoffnachfrage herrühre, könne die EZB nichts dagegen tun, argumentiert Artus. Die Anhebung des Leitzinses werde lediglich dafür sorgen, dass Europa weniger stark wachsen werde als außereuropäische Staaten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

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  • aha. habe ich das richtig verstanden. die ezb verfolgt das ziel, dass die löhne in europa nicht ansteigen dürfen, sonst dreht sich die inflationsspirale. sehr klug. die löhne bleiben stabil, aber die weltmarktpreise durchbrechen neue höhen. somit verarmt der normalbürger noch mehr und die großaktionäre reiben sich die hände. echt irrational und sehr gefährlich, was die ezb da treibt. erst griechenland ruinieren und nun ganz europa ausbluten lassen, nur damit die armen großkopferten nicht so viel lohnkosten abdrücken müssen. eine schande ist das.

  • Und was schwadronierte der hochwertige "Wirtschaftsweise" BOFINGER vor kurzen noch?? "Es ist doch neurotisch, von Inflation zu reden!" Und der fodert die Euro-Bonds.
    Ein Schwachmat erster Güte. Und ein bedeutender Hinweis darauf, was von den parteigebundenen "Wirtschaftsweisen" zu halten ist. Glaubwürdigkeit sieht anders aus!

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