Teuerungsrate und Arbeitslosenzahl
Euro-Inflation auf niedrigstem Stand seit 1999

Die Teuerung in der Eurozone hat wegen fallender Benzin- und Heizölpreise den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren erreicht. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone hat sich im Januar dagegen überraschend deutlich erhöht.

HB LUXEMBURG. Die jährliche Inflationsrate verminderte sich im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Punkte auf 1,1 Prozent, teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mit und bestätigte damit eine frühere eigenen Schätzung. Zuletzt lag die Rate im Juli 1999 auf diesem Niveau.

Bei Werten von bis zu zwei Prozent ist Preisstabilität im gemeinsamen Währungsgebiet mit rund 329 Millionen Menschen gewährleistet. In der gesamten EU fiel die Jahresrate um ebenfalls 0,5 Punkte auf 1,7 Prozent. Deutschland kam auf 0,9 Prozent.

Die monatliche Rate in der Eurozone betrug minus 0,8 Prozent, in der EU minus 0,6 Prozent. Im Januar 2008 hatte die Eurozone eine Jahresrate von 3,2 Prozent verzeichnet, die EU von 3,4 Prozent. Bei den Berechnungen für die Eurozone wurde zum ersten Mal die Slowakei berücksichtigt, die dem gemeinsamen Währungsgebiet seit dem vergangenen Jahreswechsel als 16. Mitglied angehört.

Der Europäischen Zentralbank (EZB) erlaubt die geringe Teuerung weitere Zinssenkungen, mit denen die Wirtschaft der rezessionsgeplagten Euro-Länder gestützt werden kann. Die meisten Analysten erwarten, dass die EZB ihren Leitzins am kommenden Donnerstag von derzeit 2,0 Prozent auf das Rekordtief von 1,5 Prozent senken wird. Bis Frühjahr dürfte er den Prognosen zufolge sogar auf 1,0 Prozent sinken. Mit billigem Geld können die Währungshüter Investitionen und Konsum fördern.

Bundesbankpräsident Axel Weber warnte vor Gefahren durch das Inflationsgefälle innerhalb der Euro-Zone. Stark unterschiedliche Teuerungsraten könnten das Währungssystem belasten, sagte das EZB-Ratsmitglied am Freitag in Madrid. Sie seien auf „unangemessene nationale Politiken“ zurückzuführen. Auch der Erfolg der milliardenschweren Konjunkturprogramme in den einzelnen Euro-Ländern hänge von ihrer Nachhaltigkeit ab.

Die Arbeitslosenquote in der Eurozone hat sich im Januar überraschend deutlich erhöht. Die saisonbereinigte Quote sei von revidiert 8,1 (zunächst 8,0) Prozent im Vormonat auf 8,2 Prozent geklettert, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Ökonomen hatten mit einer Quote von 8,1 Prozent gerechnet. Im Januar des Vorjahres hatte die Quote bei 7,3 Prozent gelegen.

Eurostat bezifferte die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Euroraum für Januar auf rund 13,04 Millionen. Zum Vormonat stieg die Zahl damit um 256.000 an, zum Vorjahresmonat legte sie um 1,64 Millionen zu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%