Teure Lebensmittel
China kämpft mit hoher Inflationsrate

Die chinesischen Märkte geraten immer unter Preisdruck. Im November stiegen die Verbraucherpreise so stark wie seit Jahren nicht mehr und die Inflationsrate wird für die Führung in Peking zum Problem. Entsprechend schnell sollen die Zügel bei der Geldpolitik weiter angezogen werden.
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HB PEKING. Rasant steigende Lebensmittelpreise haben das Leben in China im November so stark verteuert wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Die Verbraucherpreise stiegen überraschend deutlich um 5,1 Prozent, wie die Nationale Statistikbehörde am Samstag mitteilte. Volkswirte hatten eine Teuerungsrate von 4,7 Prozent prognostiziert, nach 4,4 Prozent im Oktober. Obwohl im November vor allem teure Nahrungsmittel die Inflation anheizten, breitete sich der Preisdruck weiter aus: Auch Immobilienpreise legten deutlich zu. Auf die chinesische Führung wächst damit der Druck, die galoppierenden Preise durch eine Straffung der Geldpolitik zu zügeln. Am Wochenende sollten führende Politiker der Volksrepublik über den Kurs für das kommende Jahr beraten.

Die kommunistische Staatsführung hatte Anfang November eine Wende in der Geldpolitik hin zu einer vorsichtigeren Gangart eingeläutet. Die Pekinger Regierung tritt damit auf die Konjunkturbremse und ebnet den Weg für neue Zinserhöhungen. Am Wochenende sollte die Führung in der Zentralen Wirtschaftskonferenz über die Ausgestaltung der Geldpolitik beraten. Durch die weiter steigende Inflation dürfte die Führung ihren Schwenk zu einem strafferen Kurs bestätigt sehen, weil alle Zeichen in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft auf Wachstum stehen.

So erhöhte sich im November auch die Industrieproduktion deutlicher als erwartet: Der Ausstoß wuchs um 13,3 Prozent nach 13,1 Prozent im Oktober. Volkswirte waren von einer leichten Abschwächung auf 13,0 Prozent ausgegangen. Den jüngsten Zahlen zufolge verteuerten sich Lebensmittel allein im November um 2,0 Prozent. Auf das Gesamtjahr bis November gerechnet mussten die Chinesen 11,7 Prozent mehr für ihr Essen bezahlen. Die Führung in Peking hat bereits angekündigt, mit Preiskontrollen gegenzusteuern.

Die einflussreiche Nationale Entwicklungs- und Reformkommission prognostizierte nach Vorlage der November-Daten, die Inflation habe nunmehr ihren Höhepunkt erreicht. Die Jahresteuerung werde im Dezember unter fünf Prozent fallen. Allerdings blieben die Preise insgesamt auch im ersten Quartal des kommenden Jahres weiter hoch.

Kommentare zu " Teure Lebensmittel: China kämpft mit hoher Inflationsrate"

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  • China muss eingreifen weil dort die westliche blase nicht funktioniert.

    China hat einen riesigen Exportüberschuß - ein ökonomischer Schwachsinn ohne gleichen. Exportüberschuß bedeutet weniger Waren bei gleichzietig mehr Geld im Handelsraum. Grundschule Wirtschaftslehre sagt: das bedeutet inflation.

    Genau das Selbe haben wir in Deutschland.

    in China sucht sich die inflation jetzt offensichtlich den Vertriebsweg Nahrung.

    in Deutschland sieht man diese nicht. Weil man nicht hinsieht. in Deutschland heißt der Vertriebsweg DAX oder griechische Staatsanleihen.

    Einen Vorteil von einem Exportüberschuß hat jeden falls noch nie irgendjemand gehabt...

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