Teures Benzin
Höchte Inflation seit Einführung des Euro

Die Jahresteuerungsrate in Deutschland ist im März auf 3,1 Prozent geklettert – und damit zum ersten Mal in diesem Jahr über die Marke von drei Prozent. Besonders an den Zapfsäulen mussten die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen.

HB BERLIN. Die Verbraucherpreise in Deutschland kletterten im März im Schnitt um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Eine höhere Teuerungsrate hatte es zuletzt im November mit 3,2 Prozent gegeben. Auch im Vergleich zum Vormonat zogen die Preise mit 0,5 Prozent kräftig an.

Größter Preistreiber blieb Energie. Superbenzin kostete 9,6 Prozent mehr als im März 2007, Diesel sogar 19,5 Prozent mehr. Heizöl verteuerte sich um 40 Prozent, Strom um 7,2 Prozent. Ohne Energie hätte die Teuerungsrate lediglich 2,3 Prozent betragen.

Die Preise für Nahrungsmittel zogen mit 8,2 Prozent ebenfalls deutlich an. Für Molkereiprodukte und Eier wurden 23,9 Prozent mehr verlangt. Bei Speisefetten und -ölen betrug der Aufschlag 15,9 Prozent, bei Obst elf Prozent und bei Brot und Getreideerzeugnissen 8,7 Prozent. Auch Mineralwasser, Säfte und Limonaden kosteten 7,1 Prozent mehr.

Eurozone-Inflation erreicht neuen Rekordstand

Auch in der gesamten Eurozone blieb die Inflation hoch. Wie Eurostat mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise auf Jahressicht um 3,6 Prozent nach plus 3,3 Prozent im Februar. Die Inflation erreichte damit das höchste Niveau seit Einführung des Euro 1999 beziehungsweise - legt man eine „synthetische“ Berechnung zugrunde - seit Juni 1992.

Volkswirte hatten im Mittel eine Rate von 3,5 Prozent erwartet, was der Vorabschätzung von Eurostat von Ende März entsprochen hätte. Im Vergleich zum Vormonat zogen die Preise in der Eurozone im März um 1,0 Prozent an. Hier war ein Anstieg um 0,9 Prozent prognostiziert worden.

Damit überstieg die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflation weiterhin deutlich den Bereich der Preisstabilitätsnorm der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Jahresteuerung von „unter, aber nahe 2,0 Prozent“ anstrebt. Zinssenkungen der EZB erscheinen deshalb vorerst sehr unwahrscheinlich. Bundesbankpräsident Axel Weber hatte vergangene Woche erklärt, dass er angesichts des starken Preisdrucks keinen Spielraum für eine Lockerung der europäischen Geldpolitik sehe. Seit Juni 2007 hält die EZB ihren Zins unverändert bei 4,0 Prozent.

Mit Blick auf die einzelnen Länder des Währungsraums blieb die Teuerung in den Niederlanden mit 1,9 Prozent auf Jahressicht weiterhin am niedrigsten. Den stärksten Preisauftrieb verzeichneten Slowenien (plus 6,6 Prozent) und Spanien (4,6 Prozent).

Die Verbraucher müssen Experten zufolge noch länger mit spürbar steigenden Kosten für die Lebenshaltung klar kommen. So rechnen die führenden Wirtschaftsinstitute erst 2009 mit einem nachlassenden Preisdruck. In ihrem Frühjahrsgutachten gehen sie nach Reuters-Informationen davon aus, dass die deutschen Verbraucherpreise im Jahresschnitt um 2,6 Prozent steigen werden. 2007 waren es noch 2,3 Prozent. Für nächstes Jahr erwarten sie einen Rückgang auf dann 1,8 Prozent.

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