Teures Öl und Benzin treiben Verbraucherpreise
Inflation auf Zwei-Jahres-Hoch

Die hohen Preise für Öl und Benzin sowie die Folgen der Gesundheitsreform haben die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren getrieben.

HB BERLIN. Nach endgültiger Berechnung des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch kletterten die Verbraucherpreise binnen Jahresfrist um 1,6 %. Im Vergleich zum März lagen sie um 0,3 % höher. Mineralölerzeugnisse verteuerten sich zum Vorjahr um 2,9 % und zum Vormonat um 3,4 %. Der Einzelhandel beklagte, wegen der historisch hohen Kraftstoff-Preise sparten die Verbraucher zunehmend an anderer Stelle. Volkswirte erwarten allerdings nicht, dass die hohen Rohstoff-Preise in den nächsten Monaten voll an die Verbraucher weitergegeben werden.

Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte die Jahresteuerung im April nach Angaben der Statistiker nur bei 1,5 % gelegen. Einen Preisschub verzeichneten sie nicht nur bei Öl-Produkten, sondern auch bei der Gesundheitspflege, die sich zum April 2003 um 19,4 % und zum Vormonat um 16,7 % verteuerte. Hintergrund ist, dass die Krankenkassen die Kosten für frei verkäufliche Medikamente zum Großteil nicht mehr übernehmen. So verteuerten sich Medikamente insgesamt zum März um 8,8 %.

Da die Ausgaben der Verbraucher insgesamt stagnieren, müssen sie die Preiserhöhungen an Tankstellen und in den Apotheken an anderer Stelle ausgleichen. „Und besonders gerne sparen sie leider beim Kauf von Einzelhandelsgütern“, klagte der Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hermann Franzen. Die Preise im Einzelhandel seien in den ersten vier Monaten bereits gesunken, was den Verdrängungswettbewerb verschärfe. Auch Julian von Landesberger von der HypoVereinsbank sagte, die Ausgaben für Freizeit und Bekleidung, aber auch Kommunikation oder Restaurants, gingen zurück. „An allem, was zum Notwendigen hinzu kommt, wird dann eben gespart“, sagte der Volkswirt.

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