Tiefster Stand seit 2010
Deutsche Inflation ebbt weiter ab

Fallende Benzinpreise bremsen die Inflation in Deutschland. Wie im Vormonat sind die Verbraucherpreise weiter gesunken. Doch Experten gehen davon aus, dass die Entspannung nur von kurzer Dauer ist.
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Wiesbaden/BerlinDie Inflation in Deutschland ist weiter auf dem Rückmarsch: Im Juni sank die jährliche Teuerungsrate auf 1,7 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2010, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte und damit seine vorläufigen Zahlen bestätigte. Im Mai hatte der nachlassende Preisdruck bei Sprit und Heizöl die Rate erstmals seit knapp eineinhalb Jahren wieder unter die kritische Marke von zwei Prozent gedrückt. Damals lag der Wert bei 1,9 Prozent. Von Mai auf Juni 2012 sanken die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent.

Zwar mussten Verbraucher auch im Juni für Energie mehr bezahlen als ein Jahr zuvor: 4,0 Prozent. Haushaltsenergie legte um 4,9 Prozent zu und Tanken kostete 2,2 Prozent mehr. "Allerdings hat der Preisdruck bei Energie insgesamt allmählich nachgelassen - dies hat wesentlich zu der rückläufigen Inflationsrate beigetragen", erklärten die Statistiker. Denn im Vergleich zum Mai verbilligten sich Mineralölprodukte um 3,2 Prozent. Kraftstoffe waren 2,9 Prozent günstiger und Preise für leichtes Heizöl gaben bereits den vierten Monat in Folge nach. Sie gingen um 4,3 Prozent zurück.

Verbraucherpreise

Verbraucherpreisindex in Deutschland

Monatswerte bis September 2013


Verglichen mit den Preisexplosionen etwa bei Sprit im Frühjahr entspannte sich die Situation aber deutlich. Nahrungsmittel verteuerten sich um 3,6 Prozent. Ausrutscher nach oben: Margarine. Ihr Preis lag um 15,8 Prozent über dem Vorjahreswert - während Butter um 21,4 Prozent günstiger wurde.

Würde man die schwankungsanfällige Entwicklung bei Energie und Nahrungsmitteln herausrechnen, ergäbe sich für Juni eine Inflationsrate von 1,1 Prozent, erklärten die Statistiker. Die beiden Gütergruppen machen nach Angaben der Behörde knapp 20 Prozent der Ausgaben privater Haushalte aus. Zum Vormonat mussten die Verbraucher auch für Bekleidung und Schuhe 1,5 Prozent weniger ausgeben.

Volkswirte gehen davon aus, dass die Verbraucherpreise wegen der zuletzt höheren Lohnabschlüsse bald wieder auf breiter Front steigen werden. Als Inflationstreiber sehen viele Ökonomen auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die sich mit extrem billigem Geld gegen die Schuldenkrise in Europa stemmt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Tiefster Stand seit 2010: Deutsche Inflation ebbt weiter ab"

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  • @wischiwaschi

    Man kann seine Verluste nur gegen die eigenen Gewinne aufrechnen.Wenn keine Gewinne da sind, kann man auch nichts aufrechnen. Sozialisiert werden nur die überschüssigen Gewinne, die Verluste nicht.

    Ist leider so, sonst würde ich gerne hochriskante Anlagen machen. Aber so lieber nicht.

  • @Paderborner
    Sie wollen uns erzählen, dass sie beim Finanzamt ihre Verluste nicht gegen ihre Gewinne aufrechnen ??? Wer soll das denn glauben ? Klar sozialisieren sie ihre Verluste.

  • Nur bekomme ich leider kein Geld von der EZB für 1%.^^

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