Treffen in Bangkok
G-10-Zentralbanker versprühen Konjunkturoptimismus

Die Zentralbankpräsidenten der so genannten G-10-Staaten haben sich bei einem Treffen in Bangkok insbesondere vom Konjunkturaufschwung in den asiatischen Schwellenländern beendruckt gezeigt, wie der neue EZB-Chef Jean-Claude Trichet am Montag berichtete. Die Notenbankchefs der großen westlichen Industrieländer sehen zudem zunehmende Anzeichen einer weltweiten wirtschaftlichen Belebung.

HB BANGKOK. Die Devisenmarktinterventionen asiatischer Länder zur Unterstützung der eigenen Exportwirtschaft und etwaige Deflationsrisiken wurden nicht diskutiert.

Als Vorsitzender der G-10-Zentralbankpräsidenten gab Trichet einen optimistischen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur. „Wir sind auf der globalen Ebene sehr zuversichtlich, dass das Wachstum stärker wird und dass die Erholung an Fahrt gewinnt“, sagte er. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass das nächste Jahr im Schnitt besser wird als das laufende, und in einigen Teilen der Welt auch das darauf folgende Jahr 2005 besser wird als 2004.“ Konkrete Prognosen gab Trichet allerdings nicht ab.

Besonders erfreulich ist aus Sicht der Notenbanker die Entwicklung des innerasiatischen Handels, die erheblich zu dem starken Wirtschaftswachstum in Asien beitrage. Auf die häufig kritisierte Praxis asiatischer Länder, über Devisenmarkteingriffe den Kursauftrieb der heimischen Währungen insbesondere zum Dollar zu bremsen, gingen die G-10-Notenbanker nicht ein. Vor allem Japan versucht, den Kurs des Yen durch regelmäßige Interventionen niedrig zu halten, um einer exportschädlichen Verteuerung der Landeswährung entgegenzuwirken. Allein in den Monaten Juli bis September hat das Land Yen im Rekordvolumen von 7,55 Billionen Yen (rund 79,6 Mrd. €) gegen Dollar am Devisenmarkt verkauft.

Diskussionsgegenstand der Notenbanker war dagegen die Entwicklung an den Immobilienmärkten und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft. Dieses Thema müsse weiter behandelt werden, sagte Trichet. Die Zentralbanken des G-10-Mitglieds Großbritannien sowie Australiens hatten vergangene Woche die Leitzinsen angehoben und zur Begründung unter anderem auf kräftig steigende Immobilienpreise verwiesen.

Zu der Gruppe der G-10 gehören eigentlich elf Staaten: Die G-7-Länder USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada sowie die Schweiz, die Niederlande, Belgien und Schweden.

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