Treffen in Jackson Hole – Währungshüter halten an ihrer Politik der Trippelschritte fest – Fed zeigt Konjunkturoptimismus
US-Notenbank will Zinsen anheben

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will sich vorerst nicht von ihrem Kurs „maßvoller Zinserhöhungen“ abbringen lassen. Auf einem internationalen Notenbanktreffen in Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming bekräftigten die Notenbanker ihre Überzeugung, dass die aktuelle Konjunkturschwäche bald vorübergehe.

NEW YORK. „Das Fundament der Wirtschaft ist sehr stark“, sagte William Poole, Fed-Gouverneur aus St. Louis der Nachrichtenagentur Associated Press. Er werde deshalb selbst dann keine Zinspause befürworten, wenn die Arbeitsmarktzahlen für August wiederum enttäuschend ausfallen sollten.

Die Fed hatte zuletzt am 10. August den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent erhöht und weitere Anhebungen angekündigt. Ein äußerst schwacher Beschäftigungszuwachs von nur 32 000 Stellen im Juli und der starke Anstieg der Ölpreise auf fast 50 Dollar für das Fass (159 Liter) haben jedoch die Rufe nach einer Zinspause bei der nächsten Sitzung der US-Währungshüter am 21. September lauter werden lassen – zumal das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal jetzt von drei auf nur noch 2,8 Prozent korrigiert worden ist. In den ersten drei Monaten des Jahres war die US-Wirtschaft noch mit einer Jahresrate von 4,5 Prozent gewachsen.

Fed-Chef Alan Greenspan gab in Jackson Hole jedoch keinerlei Hinweise auf einen Kurswechsel. Zur Überraschung vieler Ökonomen vermied er eine Aussage zur aktuellen Konjunkturlage und konzentrierte sich auf die wirtschaftlichen Fol-gen der Überalterung in den westlichen Industriegesellschaften.

Beobachter werten das als Zeichen dafür, dass die Notenbank weiterhin mit einer schnellen Überwindung des sommerlichen Schwächeanfalls rechnet. „Ich habe mit einer Reihe von Fed-Präsidenten gesprochen, und alle waren zuversichtlich“, berichtete der Ökonom David Hale von Hale Advisors. Auch der ehemalige Fed-Gouverneur Laurence Meyer schätzte, dass die nächsten Wirtschaftsdaten schon sehr schwach ausfallen müssten, um die Notenbanker zu einer Pause zu veranlassen. Meyer selbst rechnet jedoch mit einem soliden Wachstum von 3,5 Prozent im dritten und 4,2 Prozent im vierten Quartal.

Bereits am kommenden Freitag wird der Konjunkturoptimismus der Notenbank erneut getestet. Dann wird das Arbeitsministerium die Beschäftigungszahlen für August vorlegen. Ökonomen rechnen mit einem Zuwachs von etwa 150 000 Stellen. Das sind zwar mehr als im Monat zuvor, aber viel zu wenig, um die Arbeitslosenquote spürbar zu drücken. Nach Meinung der Experten muss die US-Wirtschaft jeden Monat mehr als 150 000 neue Stellen schaffen, um den Zufluss neuer Arbeitskräfte aufzufangen.

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