Trendumkehr
Bei den Einzelhändlern klingeln die Kassen

Die deutschen Einzelhändler haben im April einer Umfrage zufolge deutlich mehr verkauft. Sogar von einer Trendumkehr ist die Rede.

HB BERLIN. Der Bloomberg/NTC-Einkaufsmanagerindex für die Branche in Deutschland sprang auf 59,3 von revidiert 48,9 Punkten im März, wie das britische Forschungsinstitut NTC mitteilte. „Die Ergebnisse der April-Umfrage deuten auf eine Trendumkehr im deutschen Einzelhandel hin“, hieß es. Das Umsatzplus sei sowohl zum Vormonat als auch zum Vorjahr so stark ausgefallen wie noch nie seit Beginn der Umfrage Ende 2002. „Infolgedessen beschleunigte sich auch der Beschäftigungsaufbau mit Rekordrate“, erklärten die Forscher.

Mit einem Wert von merklich über 50 Zählern zeigt der Index steigende Umsätze an. Im März war der Umsatz im Monatsvergleich eingebrochen, wofür Experten das ungewöhnlich kalte Wetter und das erst im April stattfindende Osterfest verantwortlich gemacht hatten. Der Indikator für die Euro-Zone legte im April auf das Rekordhoch von 54,6 Punkten zu nach revidiert 48,5 Zählern im März.

Nach Darstellung der NTC-Forscher ist der wirtschaftliche Aufschwung offenbar endlich auch bei den Einzelhändlern angekommen: „Rückenwind erhielten die Einzelhändler auch von der in Schwung gekommenen Inlandskonjunktur, wo verbesserte Marktbedingungen und die Belebung am Arbeitsmarkt die Kaufkraft der Verbraucher stärkten.“

Große Erwartungen an Fußball-Weltmeisterschaft

Der Index für die Beschäftigung kletterte auf ein Rekordhoch von 52,6 Punkten. Der seit Jahren gebeutelte Einzelhandel gilt als Sorgenkind der wirtschaftlichen Erholung in Deutschland, die bislang fast einzig vom starken Export getrieben wird. Eine Erholung der Binnennachfrage würde dem Aufschwung ein zweites Standbein verschaffen, war aber bislang vor allem an der hohen Arbeitslosigkeit gescheitert.

Trotz des Umsatzanstiegs waren viele Händler nicht mit dem Ostergeschäft zufrieden, da sie auf ein noch größeres Plus gehofft hatten. Dennoch blickten die Firmen optimistisch in die Zukunft. „In den nächsten drei Monaten erwarten die Einzelhändler einen regelrechten Umsatzschub durch die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft“, erklärte NTC.

Angesichts der hohen Energiepreise und des scharfen Wettbewerb machten sich die Firmen jedoch Sorgen über ihre Gewinne. „Da die Lieferanten die höheren Energie- und Transportkosten an die Einzelhändler weitergaben, kletterten die durchschnittlichen Einkaufspreise im April so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr.“

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