Trotz Aufschläge bei Milch und Butter
Preisdruck lässt etwas nach

Ungeachtet kräftiger Aufschläge bei Milch, Butter und Brot hat sich die Teuerung im August nicht beschleunigt. Doch die Entwicklung beim Ölpreis soll dies bald ändern.

HB BERLIN. Die Verbraucherpreise lagen wie schon im Juli um 1,9 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag bestätigte. Die Kosten für die Lebenshaltung stiegen damit aber stärker als im Euro-Raum mit 1,7 Prozent. Dort liegt die Teuerung nun schon seit einem Jahr im von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Rahmen, die stabile Preise bei Raten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet sieht. Wegen der hohen Ölpreise sagen Experten aber ab September ein Überschreiten der Marke voraus.

In Deutschland verteuerte sich Butter im Schnitt um 36,6 Prozent, Vollmilch um 11,5 Prozent sowie Brot und Getreidewaren um 2,6 Prozent. Insgesamt kosteten Nahrungsmittel 2,5 Prozent mehr. Gedämpft wurde der Preisdruck von Energieprodukten: Benzin verbilligte sich um ein Prozent und Heizöl um 7,6 Prozent. Im Vergleich zum Juni verbilligten sich Waren und Dienstleistungen im Schnitt um 0,1 Prozent, weil etwa die Preise für Pauschalreisen mit dem Ende der Sommerferien in einigen großen Bundesländern um 2,1 Prozent sanken. In der Erntezeit wurden auch frisches Obst und Gemüse günstiger. Für Kartoffeln wurden 12,2 Prozent weniger verlangt, für Paprika 5,7 Prozent.

Experten zufolge wird sich der Preisauftrieb in den kommenden Monaten vor allem wegen der hohen Ölpreise wieder beschleunigen. In dieser Woche kostete ein Barrel Rohöl erstmals mehr als 80 Dollar. Schon im September dürfte die Teuerungsrate deshalb in der Euro-Zone über zwei Prozent steigen und bis Jahresanfang 2008 über dieser Marke bleiben, sagte David Stroppa von UniCredit voraus. Dies würde eine weitere Zinserhöhung durch die EZB rechtfertigen.

Die Währungshüter hatten im September wegen der unklaren Folgen der Hypothekenkrise für die Konjunktur auf eine Zinserhöhung verzichtet. Seit Ende 2005 hat die EZB den Leitzins von zwei auf vier Prozent verdoppelt, um den Preisanstieg während des Aufschwungs zu begrenzen. Eine knappe Mehrheit der von Reuters regelmäßig befragten Experten erwartet bis Jahresende einen weiteren Zinsschritt auf dann 4,25 Prozent.

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