Trotz hoher Ölpreise
EU rechnet mit Belebung

Für 2005 erwartet die EU-Kommission in der Euro-Zone nur noch ein Wachstum von 1,2 Prozent. Für die zweite Jahreshälfte werden aber trotz der hohen Ölpreise Zeichen für eine Konjunkturbelebung gesehen.

HB BRÜSSEL. In ihrem am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Quartalsbericht hieß es, vor allem wegen der Wachstumsschwäche zu Jahresbeginn werde der bislang erwartete Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,6 % wohl nicht erreicht werden. Der Wirtschafts-Generaldirektor der Kommission, Klaus Regling, sagte, die Herbstprognose der Behörde im kommenden Monat werde sich um den Wert von 1,2 % bewegen. Mit 0,3 % hatte sich das Wachstum im zweiten Quartal leicht von 0,4 % ersten Vierteljahr abgeschwächt.

Der wohl mittel- bis langfristig bei mehr als 60 Dollar je Barrel liegende Ölpreis bleibe ein Risikofaktor, erklärte die Kommission. Dennoch gebe es Zeichen für eine zunehmende Erholung der Konjunktur in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Die Industrieproduktion ziehe an, das Vertrauen steige und die Finanzierungskonditionen seien weiter günstig. Einzelhandelsdaten zeigten zwar weiter eine schwache Nachfrage, doch die Autoverkäufe gäben Anlass zu Optimismus. Sie hätten im Juni ihren höchsten Stand seit April 2001 erreicht.

Der hohe Ölpreis sei weiter auch ein Risiko auch für die Inflation, warnte die Behörde. Wegen sinkender Preise in anderen Bereichen wie Bekleidung oder bei Freizeitdienstleistungen sei die Preissteigerung bislang im Rahmen geblieben. Allerdings lasse sich der leichte Inflationsanstieg ausschließlich auf das Anziehen der Ölpreise zurückführen, sagte Regling. Schätzungen zufolge betrug die Jahresteuerung im September 2,5 % nach 2,2 % im Vormonat.

Die weitere Entwicklung der Preissteigerung sei schwer vorherzusagen, sagte der Kommissions-Chefökonom. „Aber man kann einen weiteren Anstieg nicht ausschließen.“ In den kommenden Monaten werde die Teuerung wohl über dem Referenzwert der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent bleiben, erklärte die Kommission. Die Ölpreise sind seit Jahresbeginn in Euro gerechnet um mehr als 70 % gestiegen.

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