Trotz hoher Risiken
IWF erhöht Euroland-Wachstumsprognose

Die Währungsunion ist widerstandsfähiger gegen externe Schocks geworden: Davon geht der Internationale Währungsfonds (IWF) aus. Zwar erwartet er nach wie vor eine deutliche Konjunkturabkühlung im Euro-Raum, erhöhte aber am Montag seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in den Ländern der Währungsunion auf 1,75 Prozent.

HB FRANKFURT. Im April hatte der Fonds die Entwicklung noch wesentlich pessimistischer eingeschätzt und nur ein Plus von 1,4 Prozent veranschlagt.

Die hohen Energie- und Nahrungsmittelpreise, die Finanzkrise und die nachlassende weltweite Konjunkturdynamik dürften das Wachstum ab Jahresmitte spürbar bremsen, teilte der IWF am Montag in Frankfurt mit.

Zwar habe das starke erste Quartal gezeigt, dass die Währungsunion widerstandsfähiger gegen externe Schocks geworden sei. Dennoch sei in diesem und im kommenden Jahr mit deutlichen Bremsspuren zu rechnen.

2008 erwartet der Fonds in Euroland ein Wachstum von 1,75 Prozent nach 2,5 Prozent im vergangenen Jahr. 2009 soll die Wirtschaft dann nur noch um 1,25 Prozent zulegen. Die Risiken seien wegen der Krise an den Kreditmärkten ungewöhnlich hoch.

Besorgt äußerte sich der IWF über die Inflation in der Euro-Zone. Diese habe sehr ernstzunehmende Niveaus erreicht.

Allerdings seien ungeachtet der teils hohen Lohnabschlüsse etwa in Deutschland noch keine Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale zu beobachten. Die Teuerungsrate werde in diesem Jahr noch längere Zeit über drei Prozent liegen, während 2009 mit einer Entspannung zu rechnen sein.

Gegen Ende kommenden Jahres seien dann sogar wieder Inflationsraten unter zwei Prozent denkbar. Das entspräche dem Niveau, bei dem auch die Europäische Zentralbank (EZB) wieder Preisstabilität gegeben sieht.

Die EZB veröffentlicht am Donnerstag parallel zur Zinsentscheidung des EZB-Rats ihre eigenen aktualisierten Prognosen für Wachstum und Inflation in den 15 Ländern der Währungsunion.

Der IWF empfahl der EZB, den Leitzins nicht anzutasten und eine Beruhigung der Lage an den Finanzmärkten abzuwarten. Die Notenbank hält das Zinsniveau seit einem Jahr konstant bei vier Prozent. Auch in den kommenden Monaten rechnen Volkswirte nicht mit einer Veränderung des Leitzinses.

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