Trotz Kältewelle
US-Arbeitsmarkt kommt wieder in Schwung

Die Kältewelle in den USA hatte dem Aufschwung am Arbeitsmarkt einen empfindlichen Dämpfer versetzt. Nun scheint die Winterstarre überwunden. Experten schätzen, dass die Fed ihre Geldspritzen weiter drosseln kann.
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Der US-Arbeitsmarkt löst sich langsam aus der Winterstarre. Im Februar schufen die amerikanischen Firmen 175.000 neue Stellen – deutlich mehr als von Experten erwartet. Analysten werten die am Freitag vorgelegten Daten als Signal, dass die Notenbank Federal Reserve ihre Konjunkturspritzen wie geplant weiter drosseln kann. Als Wermutstropfen erweist sich allerdings die getrennt erhobene Erwerbslosenquote, die leicht auf 6,7 Prozent stieg. Für diese Statistik werden private Haushalte befragt, für die Beschäftigtenzahl hingegen Firmen und Behörden. Eine Kältewelle mit Eis und Schnee hatte zuletzt für eher maue Wirtschaftsdaten gesorgt, etwa beim Konsum und in der Industrie.

"Der Arbeitsmarktbericht zeigt, dass die US-Konjunktur im ersten Halbjahr auf Wachstumskurs bleibt" meint HSBC-Experte Rainer Sartoris. Die Fed könne daher weiter Richtung Normalisierung ihrer Geldpolitik marschieren. Die Märkte reagierten erleichtert auf den unerwartet kräftigen Stellenzuwachs in der größten Volkswirtschaft der Welt: Die US-Börsen eröffneten im Plus. "Das war unglaublich, der Markt liebt es - wir haben definitiv mit etwas Schwächerem gerechnet", sagte Sean McCarthy von Wells Fargo Private Bank. Der Dollar legte zum Euro zu.

In der privaten Wirtschaft wurden zwischen New York und San Francisco im Februar insgesamt 162.000 neue Stellen geschaffen, davon 13.000 in der traditionell wetterabhängigen Baubranche. Trotz der Rotstiftpolitik des unter hohen Schulden ächzenden Staates entstanden auch im öffentlichen Sektor 13.000 Jobs. Dass sich die Arbeitslosenquote leicht erhöht hat, dürfte die Notenbank als Folge des Wetters abhaken: Mehr als 600.000 Amerikaner konnten wegen der widrigen Witterungsumstände nicht zur Arbeit gehen. Eine derart hohe Zahl hat es in einem Februar seit vier Jahren nicht mehr gegeben.

Die neue US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte bereits erklärt, dass sie die Reihe schwacher Wirtschaftsdaten eher auf das kalte Winterwetter zurückführt als auf strukturelle Probleme. Laut dem Fed-Führungsmitglied Dennis Lockhart könnten allerdings noch bis zu zwei Monate ins Land gehen, bis darüber Klarheit herrscht. Dennoch sollte die Notenbank ihre bereits begonnene Reduzierung ihrer Anleihen-Käufe fortsetzen, solange es keinen dramatischen Konjunktureinbruch gebe, fügte der Chef der Fed von Atlanta im Gespräch mit Reuters hinzu. Die US-Notenbank kauft derzeit monatlich nur noch für 65 Milliarden Dollar Wertpapiere, um die Wirtschaft anzukurbeln. Sie will die Hilfen noch dieses Jahr auslaufen lassen, wenn sich der Aufschwung ausreichend gefestigt hat.

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