Trotz Konjunkturabkühlung
Stahlverband bleibt bei Wachstumsprognose

Verhaltener Optimismus bei der deutschen Stahlindustrie: Anders als der europäische hält der deutsche Stahlverband an seinen Wachstumsprognosen fest. Trotz Konjunkturschwächen erwartet er ein Plus von einem Prozent.
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DüsseldorfDie deutsche Stahlindustrie rechnet trotz der zunehmenden Konjunkturrisiken mit leicht anziehenden Geschäften. Zwar hätten die Konjunkturdaten in Deutschland in den vergangenen Monaten für Enttäuschung gesorgt, sagte am Montag der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Es gebe aber keinen Grund, die bisherige Prognose zu korrigieren.

Die Branche um ThyssenKrupp, Salzgitter und Weltmarktführer ArcelorMittal werde ihre Produktion hierzulande in diesem Jahr wohl um ein Prozent auf 43 Millionen Tonnen steigern. Im bisherigen Jahresverlauf liege das Plus bei 2,5 Prozent. Die Eintrübung im Inland sei durch eine stärkere Auslandsnachfrage mehr als ausgeglichen worden.

Der verhaltende Optimismus speise sich aus den Erwartungen der wichtigsten Abnehmer, etwa des Maschinenbaus und der Autoindustrie, erläuterte Kerkhoff. „Durchschnittlich erwarten wir für die stahlverarbeitenden Branchen 2015 einen Produktionsanstieg zwischen ein bis zwei Prozent.“ Daher rechne der Verband 2015 mit einer stabilen bis moderat wachsenden Stahlnachfrage.

Die Marktversorgung mit Walzstahl, der etwa 90 Prozent des hergestellten Stahls in Deutschland ausmacht, werde im kommenden Jahr um ein Prozent auf 39,4 Millionen Tonnen zulegen, nach einem Plus von zwei Prozent im laufenden Jahr.

Der europäische Stahlverband Eurofer hatte in der vergangenen Woche seinen Prognosen für 2014 und 2015 gesenkt. Wegen der Konjunkturabkühlung rechnet Eurofer für dieses Jahr nur noch mit einem Wachstum der Stahlnachfrage um 2,6 Prozent statt um 3,7 Prozent. Die Branche in Europa kämpft seit Jahren mit Überkapazitäten und der zunehmenden Konkurrenz außereuropäischer Anbieter.

Die Stahlkocher, die in Deutschland 87.000 Beschäftigte zählen, bauen Tausende Jobs ab. ThyssenKrupp und Salzgitter legen in den kommenden Wochen ihre Zahlen zur Geschäftsentwicklung vor. Sorge bereitet der Branche die zunehmende Konkurrenz durch Exporte aus China.

„Das Wachstum in China kommt offensichtlich früher zu einem Ende als bislang erwartet. Dadurch spitzt sich die Überkapazitätsproblematik zu“, sagte Kerkhoff. In den ersten acht Monaten seien die Stahlexporte aus der Volksrepublik in die EU um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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