Trotz Krisen-Auswirkungen
Deutsche Währungshüter werben für EZB-Zinserhöhung

Die deutschen EZB-Ratsmitglieder wollen die Europäische Zentralbank wieder auf den alten Zinskurs bringen. Nach Bundesbank-Präsident Axel Weber sprach sich nun auch EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark trotz der nervösen Finanzmärkte für eine erneute Anhebung des Leitzinses aus.

HB BERLIN. „Niemand hat gesagt, dass wir eine weitere Zinserhöhung aufgegeben haben“, sagte Stark der Agentur MNSI zufolge am Montagabend im „Lions Club“ Alzey. Ähnlich hatte sich am Freitag schon Weber geäußert. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, sagte der Bundesbankchef zu der Entscheidung der EZB von Donnerstag, wegen der Finanzkrise auf die lange signalisierte Zinserhöhung verzichtet.

Die EZB hatte ihren Leitzins seit Ende 2005 von zwei auf vier Prozent verdoppelt, um den Preisauftrieb während des Aufschwungs im Zaum zu halten. Stark zufolge bleiben die Währungshüter wegen der Risiken für die Preisstabilität „sehr wachsam“. Die Zentralbank wolle aber zunächst sehen, wie sich die Finanzkrise auf Wachstum und Preisentwicklung auswirkt. „Dies ist eine abwartende Haltung. Abhängig von neuen Einschätzungen werden wir eine Entscheidung treffen“, sagte Stark dem Bericht zufolge.

Für die Konjunktur gab sich der Notenbanker zuversichtlich. Die Rahmenbedingungen im Euro-Raum seien gut. Ähnlich hatte sich zu Wochenbeginn EZB-Präsident Jean-Claude Trichet geäußert. Die Weltwirtschaft wachse weiter robust. Die Risiken seien wegen der Finanzkrise aber gestiegen.

Viele Analysten erwarten in diesem Jahr noch eine Zinserhöhung der EZB auf dann 4,25 Prozent. Die amerikanische Notenbank hat eine Zinssenkung für den 18. September in Aussicht gestellt.

Die US-Immobilienkrise hat zu Kurseinbrüchen an den Börsen und Milliarden-Verlusten bei vielen Banken geführt. Aus Misstrauen darüber, welche Verluste in den Geldhäusern aufgelaufen sein könnten, liehen sich die Banken untereinander kaum noch Geld. Die Zentralbanken mussten hunderte Milliarden zuschießen, um eine Kreditklemme und einen weiteren Anstieg der Marktzinsen zu verhindern.

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