Trotz nachlassender Konjunkturdynamik
Wansleben hält Aufschwung für intakt

Die deutsche Wirtschaft wird zwar im laufenden Jahr an Schwung verlieren, der Aufschwung ist damit aber noch nicht beendet. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, dem Handelsblatt. Der Politik wirft Wansleben vor, den Investitionsstandort Deutschland zu schwächen.

DÜSSELDORF. „Mit der Wachstumsverlangsamung ist der Aufschwung noch nicht zu Ende“, sagte Wansleben. Zwar würden sich die Exporte weniger dynamisch entwickeln als wir das bisher gewohnt gewesen seien. „Doch die Binnenkonjunktur kommt nach dem Mehrwertsteuerschock langsam in Fahrt.“

Die Unternehmen stellten weiter zusätzliche Mitarbeiter ein, was auch den Konsum belebe. „Insoweit kommt der Aufschwung überall an“, sagte Wansleben. Für den Jahresverlauf 2008 sieht der Verband deshalb derzeit nach eigenen Angaben keinen Anlass, seine Wachstumsprognose von zwei Prozent nach unten zu korrigieren.

Die Exportwirtschaft leide allerdings mehr und mehr unter den negativen Folgen der Eurostärke. Ein allein durch den Konsum getragener Aufschwung halte aber erfahrungsgemäß nicht lange vor, sagte er mit Blick auf 2009.

„Die Politik müsste jetzt den Investitionsstandort Deutschland stärken“, so Wansleben. Das Gegenteil sei aber leider der Fall: „Die Koalitionäre überbieten sich im Verteilen von Wahlgeschenken, während Reformen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken, keine Konjunktur haben.“ Als Beispiel nannte der DIHK-Hauptgeschäftsführer das Aussetzen des Riesterfaktors bei der Rente. „Das erhöht persektivisch die Lohnzusatzkosten und macht Beschäftigung in Deutschland teurer“.

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