Trotz positiver Prognosen
Schuldenkrise bedroht Deutschlands Boom

Die Ökonomen von IfW und IWH haben ihre Wachstumprognose für Deutschland erneut angehoben. Nach Einschätzung der beiden Institute steigt das deutsche BIP 2010 um 3,7 Prozent, für 2011 gehen sie von 2,3 Prozent mehr Wachstum aus. Als große Gefahr für die Konjunktur allerdings sehen sie die Schuldenkrise in Europa. Das IMK schließt sogar eine Rezession für 2012 nicht aus.
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HB BERLIN/HALLE. Trotz der immer mehr in Fahrt kommenden Binnenkonjunktur bleibt Deutschland nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) anfällig für äußere Schocks. "Ein gravierendes Risiko für die Konjunktur könnte sich ergeben, sollte sich die Schuldenkrise zuspitzen, was derzeit nicht ausgeschlossen werden kann", schrieben die Forscher in ihrer Prognose.

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten sei schon seit Monaten hoch. Das drücke sich auch darin aus, dass die Risikoaufschläge bei Staatsanleihen einiger Euro-Länder neue Höchststände erreichten. "Die Konjunktur würde spürbar gedämpft werden, sollten die Zinsen auf breiter Front deutlich anziehen oder die Banken aufgrund hoher Abschreibungen ihr Kreditangebot erheblich einschränken", warnen die IfW-Experten.

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) will wegen wachsender Risiken gar eine Rezession für 2012 nicht ausschließen.

Trotz der Gefahren hoben die IfW-Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für dieses Jahr von 3,4 auf 3,7 Prozent und für 2011 von 1,7 auf 2,3 Prozent an. Für 2012 wird ein Plus von 1,3 Prozent vorhergesagt. Bis dahin soll die Zahl der Arbeitslosen auf knapp unter 2,8 Millionen fallen - fast eine halbe Million weniger als in diesem Jahr. Parallel dazu werde die Zahl der Erwerbstätigen bis 2012 auf 40,9 Millionen klettern und damit einen Rekordstand erreichen.

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