Trotz schlechterer Auftragslage
Industrie bleibt ein Jobmotor

Die Industrie stellt ungeachtet der schlechteren Auftragslage weiter neue Mitarbeiter ein. Dahinter steckt vor allem eine Annahme der Firmen.

HB BERLIN. Im Mai stieg die Zahl der Beschäftigten in den größeren Betrieben um 143 200 oder 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf gut 5,3 Millionen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Allein von April auf Mai entstanden 5500 neue Jobs. Seit 2007 legt die Beschäftigtenzahl damit Monat für Monat zu.

"Die Industrie bleibt ein Jobmotor", sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. Allerdings mehren sich die Anzeichen für ein Ende des Industriebooms. Die Aufträge schrumpfen seit Dezember 2007 beständig, die Produktion wurde drei Monate in Folge gedrosselt.

Viele Unternehmen stecken Treier zufolge zwar in einer Wachstumsdelle. "Sie rechnen aber nicht mit langfristigen Problemen, weshalb sie weiter neue Stellen schaffen", sagte der Experte. Der DIHK rechnet im Jahresschnitt mit rund 100 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Industrie.

Den stärksten Stellenzuwachs gab es im Mai im Maschinenbau mit 5,9 Prozent, gefolgt von den Metallproduzenten mit 5,1 Prozent. Fahrzeughersteller und deren Zulieferer beschäftigten 2,9 Prozent mehr Mitarbeiter. Die Produzenten von Geräten der Elektrizitätserzeugung und-verteilung meldeten ein Plus von 2,5 Prozent. Das Ernährungsgewerbe kam auf ein Plus von 0,8 Prozent, während die Chemiebranche einen Beschäftigungsrückgang von 0,4 Prozent verzeichnete.

Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im Verarbeitenden Gewerbe sank binnen Jahresfrist um 1,3 Prozent auf 669 Millionen. Allerdings gab es in einigen Bundesländern wegen Fronleichnam einen Arbeitstag weniger als im Mai 2007. Die Bruttolohn und-gehaltssumme stieg um vier Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. In der Statistik werden nur Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern berücksichtigt.

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