Trotz steigender Ölpreise und „Katrina“
IWF hält Weltwirtschaft für stabil

Trotz hoher Ölpreise und des Hurrikans „Katrina“ hält der Internationalen Währungsfonds (IWF) die Weltwirtschaft in diesem und im nächsten Jahr für robust. Aus deutschen Delegationskreisen für die Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington verlautete am Dienstag, die Wachstumprognosen blieben weitgehend unverändert.

HB BERLIN. Allerdings sehe der IWF insgesamt mehr Risiken als Chancen, wobei die Abwärtsrisiken sogar noch zunehmen würden. Hauptrisiko sei der Ölpreis. Nach der unerwartet hohen Nachfrage gebe es jetzt auch Angebotsengpässe. Es sei wichtig, dass die Markt- und Preismechanismen nicht durch staatliche Eingriffe - etwa über Steuern - verzerrt würden. Das Wachstum der ärmsten Länder sei trotz der hohen Ölpreise „erstaunlich robust“. Der Ölpreisanstieg habe die globalen Ungleichgewichte, die ein weiteres Konjunkturrisiko seien, noch verstärkt. Eine Folge könnte wachsender Protektionismus sein.

Neben Ölpreis, Ungleichgewichten und den weiter hohen US-Defiziten könnten schlechtere Finanzierungsbedingungen ein weiteres „ernstzunehmendes“ Problem werden, hieß es. In China bestehe zudem die Gefahr einer konjunkturellen Überhitzung. In den Euro-Ländern hingegen sei die wirtschaftliche Erholung fragil. Für Deutschland nahm der IWF die Konjunkturerwartungen für 2006 zurück.

Nach jüngsten, offiziell nicht bestätigten Medienberichten erwartet der IWF für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum in Deutschland von weiter 0,8 Prozent und im kommenden Jahr von nur noch 1,2 Prozent. Die Weltwirtschaft werde laut Zeitungsberichten in diesem und im kommenden Jahr um je 4,3 Prozent zulegen. Die US- Wirtschaft werde 2005 um 3,5 und 2006 um 3,3 Prozent wachsen. Der IWF veröffentlicht seinen halbjährlichen Bericht an diesem Mittwoch.

Der Hurrikan „Katrina“ werde die US-Wirtschaft im dritten und vierten Quartel diesen Jahres dämpfen, heiß es. Im Jahr 2006 werde es dann aber belebende Effekte geben. Insgesamt seien die Auswirkungen von „Katrina“ verkraftbar. Es bestehe aber die Gefahr, dass das Vertrauen der Verbraucher beeinträchtigt werden könnte.

Das hohe US-Leistungsbilanzdefizit wird in diesem Jahr nach Meinung des IWF weiter steigen. Ohne substanzielle reale Abwertung des Dollar und bei nur moderater Haushaltskonsolidierung werde sich das Minus bis zum Ende des Jahrzehnts nur wenig verringern. Die historisch niedrige Ersparnis der Privathaushalte zusammen mit dem Immobilienboom könnte sich als große Gefahr erweisen. Die geplante Konsolidierung des US-Budgets erachte der IWF als wenig ehrgeizig und mit hohen Risiken verbunden, hieß es.

Die Aufwertung der chinesischen Währung Yuan zum amerikanischen Dollar ist aus Sicht des IWF ein „wichtiges Signal in die richtige Richtung“. Die Aufwertung um nur 2,1 Prozent sei aber „sehr bescheiden“. Wichtig sei, dass der Wechsel sowohl beim Währungskorb als auch bei der Bandbreite weitere Anpassungen ermögliche.

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