Trotz Wirtschaftskrise
US-Unternehmen verbuchen Exportrekord

Trotz der weltweiten Wirtschaftskrise haben die amerikanischen Unternehmen im vergangenen Jahr einen Exportrekord verbuchen können. Sie verkauften Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 1843 Mrd. Dollar ins Ausland, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Die Aussichten für dieses Jahr sind allerdings düster.

HB WASHINGTON. Die Exporteinnahmen der US-Unternehmen waren 200 Mrd. Dollar oder zwölf Prozent höher als 2007. Dabei half auch die starke Dollar-Abwertung, durch die US-Ausfuhren billiger werden.

Die Aussichten für dieses Jahr sind aber wegen der Rezession in Deutschland und bei anderen wichtigen Handelspartnern düster. "Es ist ein Rückgang um 15 bis 20 Prozent zu befürchten", sagte ING-Analyst Dimitry Fleming. Nehme der Protektionismus zu, könne es noch tiefer nach unten gehen. "Die Exportschwäche verstärkt sich", sagte auch Analyst Pierre Ellis von Decision Economics.

Wegen der Weltwirtschaftskrise gingen die Ausfuhren im Dezember bereits den fünften Monat in Folge zurück. Sie schrumpften um weitere sechs Prozent im Vergleich zum Vormonat, nachdem sie bereits im November um sechs Prozent gesunken waren. Vor allem Autos und Autoteile waren im Ausland weniger gefragt: Hier fielen die Ausfuhren auf den niedrigsten Stand seit über vier Jahren.

Die USA gelten als unangefochtener Exportweltmeister von Waren und Dienstleistungen. Bei Waren allein hat Deutschland die Nase vorn. Deutschland verzeichnete zuletzt ebenfalls massive Exporteinbrüche, ebenso China.

Die US-Importe erreichten 2008 mit 2520 Mrd. Dollar ebenfalls ein Rekordniveau. Auch hier zeigte die Tendenz im Dezember aber nach unten, weil Unternehmen und Verbraucher in der Rezession ihr Geld zusammenhalten: Die Einfuhren gingen um 5,5 Prozent zurück, nachdem sie im November um 11,9 Prozent eingebrochen waren.

Dadurch sank das Defizit in der Handelsbilanz - Exporte minus Importe - am Jahresende auf 39,9 Mrd. Dollar. Das ist der niedrigste Wert seit fast sechs Jahren. Im Gesamtjahr 2008 schrumpfte das Defizit um gut 23 Mrd. auf 677 Mrd. Dollar. Weil die USA mehr konsumieren als produzieren, muss die Lücke durch massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland geschlossen werden. Bleiben diese aus, droht eine Dollar-Abwertung mit Verwerfungen an den Finanzmärkten.

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