Trübe Aussichten: Die Weltwirtschaft balanciert am Abgrund

Trübe Aussichten
Die Weltwirtschaft balanciert am Abgrund

Die Euro-Krise spitzt sich dramatisch zu und nun straucheln auch die USA und China. Damit stirbt die Hoffnung der deutschen Exporteure auf eine kräftige Erholung der Weltwirtschaft. Die Zeichen stehen auf Mini-Wachstum.
  • 33

DüsseldorfInnerhalb weniger Wochen hat sich die Euro-Krise dramatisch zugespitzt. Spanische Banken stehen vor der Pleite, die Rezession in den Südländern der Eurozone ist schlimmer als befürchtet und ein Euro-Austritt Griechenlands wird immer wahrscheinlicher. Ausgerechnet in dieser kritischen Phase trüben sich auch die Aussichten für andere wichtige Volkswirtschaften ein, die bislang die Schwäche Europas kompensiert haben. Vor allem die Bric-Länder, Brasilien, Russland, Indien und China, sind kräftig gewachsen. Doch nun straucheln auch sie.

Der Einkaufsmanagerindex für Chinas Industrie notierte im Mai nur noch knapp über der Schwelle, die Wachstum signalisiert. In den vergangenen Quartalen ist das Wachstum Chinas kontinuierlich gefallen. Zwar liegt es immer noch bei etwa acht Prozent, doch manche Experten fürchten bereits eine harte Landung in China. Sollte das Wachstum unter die 6-Prozent-Marke fallen, könnte dies eine Dynamik nach unten auslösen, argumentieren sie. Drastisch fallende Immobilienpreise und möglicherweise sogar eine Rezession wären die Folge.

Damit dies nicht eintritt hoffen die Märkte auf die chinesischen Regierung: Sie soll die Konjunktur stützen, indem sie zum Beispiel die Mindestreserveanforderungen für die Banken senkt und in Infrastruktur investiert. Dagegen spricht allerdings die extrem hohe Investitionsquote in China von etwa 50 Prozent. "Dieses Niveau ist auf Dauer nicht haltbar," sagt Stefan Schneider, Leiter der Abteilung Makroökonomie bei der Deutschen Bank Research.

Erklärtes Ziel der chinesischen Regierung ist es, die Investitionsquote zu senken. Staatliche Konjunkturmaßnahmen würden diesem Ziel eigentlich entgegenstehen.

Kommentare zu " Trübe Aussichten: Die Weltwirtschaft balanciert am Abgrund"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich bin absolut FÜR eine von mir aus knallharte Landung der Chinesischen gangster, des hochgelobten wachstums-Wunderkindes genauso wie die schulden-Yankees und auch anschu schains deutsche bank von mir aus voll auf die fresse fliegen können, genauso wie die deutschen Geschäftemacher. NUR DRUFF auf die Nase !! SchuldengangsterInnen, BetrügerInnen, PropagandistInnen- DAS ist der Westen !

  • Genau das habe ich beim Lesen der Headline auch gedacht.
    Was hier mit schöner Regelmäßigkeit passiert, ist ein publizistisches Trauerspiel.
    Lange Zeit war das Handelsblatt (in gedruckter Form, vor der Einführung des Tabloid-Formates) für mich morgendliche Pflichtlektüre. Jetzt schüttele ich eigentlich mindestens einmal am Tag den Kopf, wenn ich mir die im halbtäglichen Rythmus stattfindenden Wechsel von himmelhoch jauchzend bis 12 Stunden später suizidal.
    Sind die Redakteure beim HB manisch-depressiv oder was für eine andere Erklärung gibt es für diese abrupten Stimmungswechsel?
    Vielleicht sollte die Verlagsleitung präventiv Prozac an die Mitarbeiter ausgeben, um diese extremen Stimmungsschwankungen abzufedern.

  • Mit China ist es ungefähr so,als würde man in ein schwarzes Loch schauen und sagen, he du komm mal raus.

    Die chinesische Staatsverschuldung mit ~25% am BIP erscheint auf den ersten Blick gering. Doch wenn man die Verschuldung der Kommunen und Banken hinzu zählt, so ist China höher als Deutschland oder Spanien verschuldet.
    Wirklich abgesahnt haben die 400 000 chinesischen Millionäre und die 450 Milliardäre; allerdings auf Pump. Wenn die ihre Produkte, hauptsächlich Immobilien und Fahrzeuge, nicht absetzen können, dann hat das auf Rohstofflieferanten wie Rußland unmittelbare Auswirkungen und erklärt die rüden Geschäftsmethoden in China.

    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/237/2/

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%