Trübe Aussichten

Die Weltwirtschaft am Abgrund

Die Euro-Krise spitzt sich dramatisch zu und nun straucheln auch die USA und China. Damit stirbt die Hoffnung der deutschen Exporteure auf eine kräftige Erholung der Weltwirtschaft. Die Zeichen stehen auf Mini-Wachstum.
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Hohe Risiken schwächen das US-Wachstum. Quelle: Getty Images

Hohe Risiken schwächen das US-Wachstum.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfInnerhalb weniger Wochen hat sich die Euro-Krise dramatisch zugespitzt. Spanische Banken stehen vor der Pleite, die Rezession in den Südländern der Eurozone ist schlimmer als befürchtet und ein Euro-Austritt Griechenlands wird immer wahrscheinlicher. Ausgerechnet in dieser kritischen Phase trüben sich auch die Aussichten für andere wichtige Volkswirtschaften ein, die bislang die Schwäche Europas kompensiert haben. Vor allem die Bric-Länder, Brasilien, Russland, Indien und China, sind kräftig gewachsen. Doch nun straucheln auch sie.

Der Einkaufsmanagerindex für Chinas Industrie notierte im Mai nur noch knapp über der Schwelle, die Wachstum signalisiert. In den vergangenen Quartalen ist das Wachstum Chinas kontinuierlich gefallen. Zwar liegt es immer noch bei etwa acht Prozent, doch manche Experten fürchten bereits eine harte Landung in China. Sollte das Wachstum unter die 6-Prozent-Marke fallen, könnte dies eine Dynamik nach unten auslösen, argumentieren sie. Drastisch fallende Immobilienpreise und möglicherweise sogar eine Rezession wären die Folge.

Damit dies nicht eintritt hoffen die Märkte auf die chinesischen Regierung: Sie soll die Konjunktur stützen, indem sie zum Beispiel die Mindestreserveanforderungen für die Banken senkt und in Infrastruktur investiert. Dagegen spricht allerdings die extrem hohe Investitionsquote in China von etwa 50 Prozent. "Dieses Niveau ist auf Dauer nicht haltbar," sagt Stefan Schneider, Leiter der Abteilung Makroökonomie bei der Deutschen Bank Research.

Erklärtes Ziel der chinesischen Regierung ist es, die Investitionsquote zu senken. Staatliche Konjunkturmaßnahmen würden diesem Ziel eigentlich entgegenstehen.

Kritische Phase in den USA
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33 Kommentare zu "Trübe Aussichten: Die Weltwirtschaft balanciert am Abgrund"

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  • Ich bin absolut FÜR eine von mir aus knallharte Landung der Chinesischen gangster, des hochgelobten wachstums-Wunderkindes genauso wie die schulden-Yankees und auch anschu schains deutsche bank von mir aus voll auf die fresse fliegen können, genauso wie die deutschen Geschäftemacher. NUR DRUFF auf die Nase !! SchuldengangsterInnen, BetrügerInnen, PropagandistInnen- DAS ist der Westen !

  • Genau das habe ich beim Lesen der Headline auch gedacht.
    Was hier mit schöner Regelmäßigkeit passiert, ist ein publizistisches Trauerspiel.
    Lange Zeit war das Handelsblatt (in gedruckter Form, vor der Einführung des Tabloid-Formates) für mich morgendliche Pflichtlektüre. Jetzt schüttele ich eigentlich mindestens einmal am Tag den Kopf, wenn ich mir die im halbtäglichen Rythmus stattfindenden Wechsel von himmelhoch jauchzend bis 12 Stunden später suizidal.
    Sind die Redakteure beim HB manisch-depressiv oder was für eine andere Erklärung gibt es für diese abrupten Stimmungswechsel?
    Vielleicht sollte die Verlagsleitung präventiv Prozac an die Mitarbeiter ausgeben, um diese extremen Stimmungsschwankungen abzufedern.

  • Mit China ist es ungefähr so,als würde man in ein schwarzes Loch schauen und sagen, he du komm mal raus.

    Die chinesische Staatsverschuldung mit ~25% am BIP erscheint auf den ersten Blick gering. Doch wenn man die Verschuldung der Kommunen und Banken hinzu zählt, so ist China höher als Deutschland oder Spanien verschuldet.
    Wirklich abgesahnt haben die 400 000 chinesischen Millionäre und die 450 Milliardäre; allerdings auf Pump. Wenn die ihre Produkte, hauptsächlich Immobilien und Fahrzeuge, nicht absetzen können, dann hat das auf Rohstofflieferanten wie Rußland unmittelbare Auswirkungen und erklärt die rüden Geschäftsmethoden in China.

    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/237/2/

  • Es kommt immer darauf an, wer hat den Nutzen davon? Und - Wo soll denn dieser Abgrund sein? Wie sieht er aus? Schreckenszenario Hartz4 Schicksal? Kann sich überhaupt noch jemand vorstellen in einer sozialen Erwerbsgemeinschaft zu leben und seine Kraft dieser Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen, Spaß daran zu haben das andere nach ihren Fähigkeiten mitmachen, und zufrieden sind. Spaß an Dingen haben und zusammen etwas mehr daraus zu machen? Ich wage zu behaupten, diejenigen, die hier mit Millarden, Billionen, Schuldzuweisungen, Theorien, Erklärungen usw. jonglieren, wissen das nicht mehr. Die "Patte" muß dick sein, der andere darf nicht mehr haben als ich etc.
    Würde nur jeder Einzelne mehr auf seinen Nachbarn achten, statt hämisch zu schauen das er sich keine Markenartikel leisten kann, und diese Plagen gefälligst ruhig zu sein haben, sähe es z. B. in D anders aus.
    Kinder sind unsere Zukunft, haha, sie sind für einige auch nur noch Selbstbefriedigung, haben da zu sein um formbar zu sein. Genauso wie der Bürger selbst. Totalüberwachung, Schuldenknebel, Zinswirtschaft, Spekulationen, Umweltzerstörung, Ausgrenzung, Rassismus und noch viel mehr. Man sitzt in seinem Kaninchenbau und guckt auf die "Märkte", welche genauso wenig zu beschreiben sind wie der "Abgrund". Wir haben jeden Bezug zur Lebensrealität verloren, und damit zum Boden, zur Erde und zu unserem Nachbarn, der lange tot in seiner Wohnung liegen kann, bis er stinkt, zu unseren Kindern, die unbeobachtet missbraucht und getötet werden können. Who cares?
    Ganz ehrlich, steckt Euch Eure Wirtschaft und Euer Papiergeld an den Hut. Brennt aus, seit cool, fahrt Luxuskarossen, spekuliert wie blöde, holt Euch auf Euer Bankkonto einen Höhepunkt, aber laßt mich damit in Ruhe. Meine Familie, meine Freunde, meine kleine eigene Scholle und mein Gemüse ist mir wichtiger. Und wenn es nur ein Schreber, oder Gemeinschaftsgarten ist. Aber es ist meiner, daraus kann ich essen. Ich brauche die Industrie nicht.

  • „Und die Gelehrten und Gebildeten werden sich fragen: Wie war es möglich, dass unsere Vorfahren zwar Marktwirtschaften errichten wollten, also Ordnungsgebilde der wirtschaftlichen, politischen und persönlichen Freiheit, die ausdrücklich als Gegenbild zu sozialistischen Organisationen verstanden wurden, dass sie aber die sozio-ökonomischen Großsektoren ihrer Gesellschaften, nämlich das Bildungswesen, das Gesundheitswesen und das Rentensystem als kollektivistische Staatsapparate konstruiert haben? Viel schlimmer noch: Wie kamen die Menschen jener Zeit auf die perverse, ja selbstzerstörerische Idee, ihre vermeintlichen Marktwirtschaften auf zwei sozialistischen Fundamenten zu errichten: Auf einem staatsmonopolistischen Zwangsgeld und einem zentralplanwirtschaftlichen System des Zinsdiktats? Sie hätten doch wissen müssen, dass jede auf sozialistischen Grundpfeilern errichtete Wirtschaft und Gesellschaft früher oder später zusammenbrechen muss.“ - Roland Baader in "Geldsozialismus".

  • Nostradamus lebt - "die Welt steht am Abgrund." - also etwas weniger dick auftragen könnte auch nicht schaden.

    Selbst ein reales Nullwachstum ist kein Grund für Katastrophengesänge. Allerdings werden wir damit leben müssen, daß das seit Jahrzehnten beliebte Dopingmittel einer Politik des leichten Geldes nun nicht mehr funktioniert. Es erzeugte seit längerer Zeit lediglich eine Scheinblüte und trieb uns in die Probleme der Finanzkrisen.

  • Das perverse daran ist,jeden der 7 mrd.Menschen mit
    seinem Kunststoff/Plastikmüll beglücken zu müssen.
    Weniger Produktion,dafür aber sinnvolles außer Quietsche-Entchen,wäre ein mehr an Verantwortung und würde kostbare
    Reccourcen schonen..Ständiges Wachstum ist eigentlich schon soziopathisch und gehört eingeebnet.

  • Menschenrechte und Gerechtigkeit hat bis jetzt noch keiner Wirtschaft der Welt geschadet.

  • 10 Jahre lang haben Verantwortliche in der Weltwirtschaft Märkte manipulieren lassen (Yuan und EUR). Selbstheilungskräfte begannen zu lähmen. Unliebsame erste Symptome wurden mit Interventionen überdeckt. Stärkere Symptome waren die Folge, noch stärkere Interventionen mussten her, als Resultat lähmten die Selbstheilungskräfte noch mehr. Fehlsignale begannen sich zu zeigen, Fehlentwicklungen etc etc. In weiten Teilen der Weltwirtschaft sind als Folge die Marktgesetze ausser Kraft. Wer glaubt, es gebe noch Möglichkeiten zu Stimulierung, wird zwangsläufig enttäuscht, denn der Interventionsmus ist erschöpft. Und was ist mit der realen Wirtschaft? Wo ist sie, an was konnte sie sich orientieren vor lauter künstlich geschaffenen interventionistischen Fehl-Signalen. - Der Zeitpunkt für den Beginn des Heilungsprozesses scheint gekommen.
    http://weltwirtschaft.jimdo.com

  • Sie haben nichts verstanden.

    Krise in der Realität und Krise herbeischreiben sind unterschiedliche Kategorien.
    Andersherum wird ein Schuh draus: Hätten wir nicht unsere lieben Medien, die rund um die Uhr und den Globus (bis China) jeden Poop aufgreifen und den zahlenden und nichtzahlenden Leserdeppen als permanente Sturmschlagzeile verkaufen müssen, wüßten und merkten die weitaus meisten nichts von einem "Abgrund" und einer Krise (wie übrigens schon bei der Bankenkrise).

    Jeden Tag gibt es neue Zahlen und "Indikatoren", die irgendwelche angeblichen "Journalisten" oder "Analysten" ihrer Interpretaionswillkür unterwerfen und damit Stimmung und Meinung machen.

    Versuchen Sie es mal mit einem etwas längerem Atem.

    Spezielles Merkel-Bashing in diesem Zusammenhang ist jedenfalls minderintelligent und schon gar nicht zielführend. Die rot-grüne Komikertruppe hat auch kein Weltrettungsrezept.

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