Tsunami
Japan droht keine Staatspleite

Auch die hocheffiziente japanische Wirtschaft ist vom Tsunami stark getroffen. Infrastrukturen sind zerstört und einige Produktionsorte liegen vollständig brach. Nun muss das Land neben allem anderen auch noch einen finanziellen Zusammenbruch verhindern.
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Kann der hochverschuldete japanische Staat neue Milliardenlasten aus Katastrophenbekämpfung und Wiederaufbau schultern? Oder droht zu allem Überfluss auch noch der finanzielle Zusammenbruch? Diese Frage kann man durchaus stellen - angesichts der Tatsache, dass die Regierung jetzt schon mit fast dem Doppelten der Wirtschaftsleistung in der Kreide steht - so hoch wie kein anderes Industrieland.

Und doch ist die Staatsverschuldung das geringste Problem Japans, ein deutlich geringeres jedenfalls als in den relativ zur Wirtschaftsleistung nur halb so hoch verschuldeten USA. Denn anders als die USA ist Japan bei den eigenen Bürgern verschuldet. Gegenüber dem Ausland hat das Land dank jahrzehntelanger Handelsüberschüsse ein großes Nettovermögen aufgebaut.

Eine Regierung, die bei den eigenen Bürgern verschuldet ist, erklärt im Notfall nicht den Staatsbankrott, sondern saniert sich, indem sie die Schuld inflatorisch entwertet. Das geht viel geräuschloser und ohne die schweren Verwerfungen einer Staatspleite.

Der Weg dahin ist vorgezeichnet. Die Notenbank flutet jetzt schon die Banken mit Liquidität und kauft verstärkt Staatsanleihen auf. Das hat sie zwar auch bisher schon getan, doch durch die Katastrophe hat sich etwas Wichtiges geändert. Bisher versickerte das zusätzliche Geld in der Liquiditättsfalle. Es lag bei den Banken und wurde nicht abgerufen. Deshalb gelang es der Notenbank nicht, obwohl sie schon lange etwas Inflation erzielen wollte, der Spirale immer weiter sinkender Preise zu entkommen. Und das, obwohl der Leitzins schon bei null liegt.

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