Turbulenzen auf den Märkten
Finanzindustrie drängt IWF zu Maßnahmen

Die Finanzindustrie sieht angesichts der Turbulenzen auf den Märkten vor allem in den USA erhebliche Risiken für Konjunktur und Wachstum. Groß ist die Besorgnis, dass es in den Leistungsbilanzen sowie den Verzerrungen bei den Wechselkursen zu erheblichen Verwerfungen kommt. Deshalb fordert sie IWF und Weltbank zu gezielten Maßnahmen auf.

egl BERLIN. Die Finanzminister und Notenbankgouverneure der Mitgliedstaaten sollen auf der kommenden Jahrestagung von Währungsfonds (IWF) und Weltbank gezielte Maßnahmen beschließen, um das erschütterte Vertrauen auf den Finanzmärkten wiederherzustellen. Dazu sollen die Notenbanken angehalten werden, in ihrer Geldpolitik einen möglichst ausgewogenen Kurs zu steuern. Außerdem will man verhindern, dass die Finanzmarktaufseher mit neuen Regulierungen überreagieren.

So lautet die Kernbotschaft eines Briefes, mit dem sich der Direktor des Institute of International Finance (IIF), Charles Dallara, an den Lenkungsausschuss des IWF wendet. Das seit nunmehr 25 Jahren tätige IIF wird von mehr als 370 führenden Banken und Finanzdienstleistungskonzerne getragen.

Diese sehen angesichts der Turbulenzen auf den Märkten vor allem in den USA erhebliche Risiken für Konjunktur und Wachstum. Groß ist die Besorgnis, dass es bei der Korrektur der großen Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen sowie den Verzerrungen bei den Wechselkursen zu erheblichen Verwerfungen kommt. Die jüngste Krise habe gezeigt, dass solche Ungleichgewichte mit unerwartet hohen Kosten verbunden sind. Vor diesem Hintergrund müsse der IWF bei den Bemühungen zum Abbau der weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte eine aktivere Rolle übernehmen.

Auch wenn die jüngsten Turbulenzen im Regelfall nicht auf die Finanzmärkte der aufstrebenden Volkswirtschaften ausstrahlen würden, äußerte sich IIF-Direktor Dallara vor der Presse in Washington am Donnerstag über die Risiken auf einigen Emerging Markets besorgt.

Dennoch wies er darauf hin, dass das auf eine bessere Wirtschaftspolitik zurückgehende hohe Wirtschaftswachstum, eine reduzierte externe Verschuldung und hohe Währungsreserven viele aufstrebende Volkswirtschaften weniger anfällig für Krisen gemacht habe.

Nach den neuen Prognosen des IIF werden die wichtigen Emerging Markets dieses Jahr die Rekord-Netto-Kapitalzuflüsse des Vorjahres von 620 Mrd. Dollar mit 47 Mrd. Dollar übertreffen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%