Überraschend Pressekonferenz einberufen
EZB lässt Leitzins unverändert

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins wie erwartet unverändert gelassen. Für den Nachmittag setzten die Währungshüter allerdings überraschend eine Pressekonferenz an, was für die Ferienzeit unüblich ist. Volkswirte spekulieren über den Grund.

HB FRANKFURT. Der Schlüsselzins für Kredite an Banken betrage weiterhin vier Prozent, teilte die Zentralbank am Donnerstag in Frankfurt nach der telefonischen Beratung des EZB-Rates mit. Der Zinsbeschluss wird am Nachmittag in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet erläutert. Normalerweise hält die EZB nach der August-Sitzung wegen der Ferienzeit keine Pressekonferenz ab.

Volkswirte erwarten, dass Trichet dort eine Zinserhöhung für September oder Oktober in Aussicht stellen wird. Wegen des anhaltenden Aufschwungs und der Inflationsgefahren bleibt die Notenbank nach gängiger Einschätzung auf Zinserhöhungskurs. Der Internationale Währungsfonds IWF hatte kürzlich wegen der guten Konjunkturentwicklung zu weiteren Zinserhöhungen geraten.

Seit Dezember 2005 verdoppelte die Zentralbank den Satz für ihre Kredite an die Geschäftsbanken in acht Schritten auf vier Prozent, um den Preisanstieg während des Aufschwungs im Zaum zu halten. Die EZB will die Teuerungsrate auf knapp zwei Prozent dämpfen. Seit September 2006 liegt die Inflationsrate auch in diesem Zielbereich. Doch die Währungshüter befürchten einen stärkeren Preisauftrieb ab Herbst und werden nach Vorhersagen von Analysten den Leitzins bis Dezember noch zwei Mal um jeweils 25 Basispunkte heraufsetzen auf dann 4,5 Prozent.

Möglicherweise wird sich der EZB-Präsident auch zur US- Immobilienkrise äußern. Die Notenbank strebt Preisstabilität mit Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent an. Die Inflationsrate im Euro-Raum blieb auch im Juli mit 1,8 Prozent unter dieser Schwelle.

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