Überraschende Entwicklung
Auftragseingang in deutscher Industrie eingebrochen

Wegen eines kräftigen Rückgangs der Bestellungen aus dem Ausland ist der Auftragseingang in der deutschen Industrie im Juni überraschend eingebrochen. Im Juni habe die Industrie saisonbereinigt 3,5 % weniger Aufträge als im Mai erhalten, teilte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWA) am Donnerstag in Berlin mit.

HB BERLIN. „Für das aktuelle Juni-Ergebnis wird jedoch eine Aufwärtskorrektur erwartet.“ Anders als im Vormonat sei das Volumen an Großaufträgen stark unterdurchschnittlich gewesen. Aus dem Ausland erhielt die Industrie 6,5 % weniger Aufträge, die Bestellungen aus dem Inland sanken nur um 0,8 %. Alle Branchen mussten Auftragseinbußen hinnehmen, wobei die Hersteller von Investitionsgütern den stärksten Rückgang verbuchten.

Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang des Ordervolumens um 0,3 % gerechnet, wobei die pessimistischste Prognose bei einem Minus von 1,3 % gelegen hatte. Im Mai war das Auftragsvolumen noch um 1,5 % gestiegen.

Der Auftragseingang in der Industrie ist ein wichtiger Frühindikator für die Konjunkturentwicklung, kann aber wegen Großaufträgen von Monat zu Monat stark schwanken. Im weniger volatilen Zwei-Monats-Vergleich Mai/Juni zu März/April legten die Bestellungen um 0,6 % zu. In den vergangenen Wochen hatten die meisten Banken-Volkswirte und Wirtschaftsforscher ihre Wachstumsprognosen für Deutschland wegen des boomenden Exports angehoben. Die Mehrzahl der Experten erwartet nun ein Wirtschaftswachstum von 1,5 bis 2,0 %, einzelne Institute sogar noch etwas mehr.

Im Juni verbuchten die Hersteller von Investitionsgütern dem Wirtschaftsministerium zufolge ein Auftragsminus von 5,0 %, wobei hier die Nachfrage aus dem Ausland um 8,8 % einbrach. Dagegen orderten inländische Kunden 0,2 % mehr Investitionsgüter als im Mai. Die Bestellungen von Konsumgütern sanken um 3,6 %. Die Produzenten von Vorleistungsgütern erhielten 1,9 % weniger Orders.

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