Überraschende Zahlen für August
Deutsche Industrie verbucht Auftragsplus

Die deutsche Industrie hat im August das erste Auftragsplus in diesem Jahr erzielt. Damit endet die längste Negativserie seit 1990: Seit Dezember 2007 hatte der Auftragseingang acht Monate in Folge nachgegeben.

HB BERLIN. Die Bestellungen lagen preis- und saisonbereinigt um 3,6 Prozent über dem Wert des Vormonats, wie das Wirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem leichten Rückgang von 0,1 Prozent gerechnet.

Allerdings sei das Ergebnis durch die für den Urlaubsmonat August ungewöhnlich niedrige Zahlen an Ferientagen verzerrt, warnte das Ministerium vor zu großem Optimismus. „Insgesamt bleiben die Aussichten für die Industrieproduktion in den kommenden Monaten gedämpft“, hieß es.

Die Bestellungen nahmen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland zu, wobei die Großaufträge ungewöhnlich stark ausfielen. Das Deutschland-Geschäft zog um 3,7 Prozent an. Die Aufträge aus dem Ausland legten mit 3,5 Prozent fast genauso stark zu. Hier zeigten sich aber starke Unterschiede: Während die Nachfrage aus den Euro-Ländern um 9,3 Prozent einbrach, legte sie in den anderen Ländern um 14,8 Prozent zu.

Alle großen Industriebranchen meldeten ein Plus. Den stärksten Zuwachs verzeichneten die Produzenten von Maschinen, Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern mit 5,6 Prozent. Bei den Herstellern von Konsumgütern stieg das Ordervolumen um 1,8 Prozent, bei den Produzenten von Vorleistungsgütern um 1,4 Prozent.

Der Auftragseingang ist neben der Produktion der wichtigste realwirtschaftliche Konjunkturindikator. Wegen Großaufträgen kann er allerdings von Monat zu Monat stark schwanken. Im stabileren Zwei-Monats-Vergleich Juli/August zu Mai/Juni sanken die Aufträge um 0,8 Prozent. Das Volumen lag um 3,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

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