Umfrage der GfK
Konsumklima stabilisiert sich

Langsam aber sicher stabilisiert sich die Konsumstimmung in Deutschland. Die Menschen fassen zwar langsam wieder Zuversicht, halten sich jedoch mit ihren Einkäufen noch immer zurück. Der GfK-Konsumklima-Indikator sei für Oktober auf 5,3 von revidiert 5,0 Punkten für September gestiegen, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Montag in Nürnberg mit.

HB BERLIN. Damit tendiere die Stimmung zwar grundsätzlich nach oben, aber die Menschen seien noch zu verunsichert, um die Konsumbremse zu lösen, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Volkswirte werteten die Daten trotz der Besserung auch als Beleg für das tiefe Misstrauen der Bürger und warnten vor zu großen Erwartungen an die Konsumfreude der Deutschen. „Vom Konsum sind keine großen Sprünge zu erwarten“, sagte Thomas Hueck von der Hypo-Vereinsbank.

Auf den privaten Konsum entfallen fast 60 % des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die monatliche GfK-Umfrage unter rund 2000 Personen im Auftrag der EU-Kommission signalisierte im September, dass die Furcht der Bürger vor sinkenden Einkommen abnimmt. Der Indikator für die Einkommenserwartung kletterte um über fünf Punkte auf den höchsten Stand seit einem Jahr und näherte sich mit minus 0,8 Zählern seinem langjährigen Durchschnitt von null Zählern.

„Die Verbraucher setzen bei der zu erwartenden Einkommensentwicklung auf das kommende Jahr, wenn die nächsten Stufen der Steuerreform wirksam werden sollen“, sagte GfK-Experte Bürkl. Grundlegend würden sich die Stimmung der Verbraucher und der private Konsum erst dann bessern, wenn die Arbeitslosigkeit deutlich sinke. Der Ifo-Geschäftsklimaindex hatte in der vergangenen Woche gezeigt, dass auch bei den Unternehmen vor allem der Optimismus wächst, sich die gegenwärtige Lage jedoch noch nicht verbessert.

Mit Sorge registrierten Analysten, dass die wachsende Zuversicht derzeit bei den Kaufentscheidungen der Bürger noch keine Rolle spielt. Die Neigung der Menschen, Produkte wie Autos oder Kühlschränke zu kaufen, blieb sehr schwach, der entsprechende Indikator stieg nur um 1,6 Punkte auf minus 31,6 Punkte. „Die Konsumbremse wird noch nicht gelöst“, sagte Bürkl. Branchen wie der Einzelhandel leiden seit bald zwei Jahren unter der Kaufzurückhaltung der Deutschen.

Die Konsumzurückhaltung lässt Hueck auch keinen kräftigen Konsumschub durch die Steuerentlastung Anfang 2004 erwarten. Manfred Kurz von der Bayerischen Landesbank verwies darauf, dass sinkenden Steuern Belastungen bei den Sozialversicherungen und aus der Gegenfinanzierung des Vorziehens der Steuerreform entgegenstünden. Diese träfen allem die niedrigen Einkommensgruppen, die zusätzliches Geld direkt in den Konsum stecken würden, erläuterte der Volkswirt. „Große Hoffnungen, dass der Konsum stark anziehen wird, habe ich nicht.“

Sobald die Bürger insgesamt Einkommenszuwächse feststellten, werde aber etwas mehr konsumiert werden, sagte Kurz. Zwar geht der Ökonom fest davon aus, dass sich Regierung und Opposition am Ende auf einen Weg zum Vorziehen der dritten Steuerreformstufe einigen werden, warnte aber vor den Folgen, sollte die zusätzliche Steuerentlastung ausbleiben. „Das würde ein mittleres Erdbeben auslösen. Der Konjunkturaufschwung, der sich abzeichnet, wäre hinfällig.“

Die September-Umfrage der GfK belegte auch, dass die Verbraucher selbst den Aufschwung noch nicht in trockenen Tüchern sehen. Der jüngste Aufwärtstrend bei den Konjunkturerwartungen erhielt einen leichten Rückschlag, der Indikator sank auf minus 10,6 von minus 9,2 Punkten.

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