Umfrage des DIHK
Industrie investiert kräftig im Ausland

Wegen des niedrigen Weltwirtschaftswachstums zum Jahreswechsel expandiert die deutsche Industrie kräftig ins Ausland. Die meisten zieht es nach China - aber nicht um Arbeitsplätze zu verlagern.
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BerlinDie deutsche Industrie expandiert weiter kräftig ins Ausland – wenn auch langsamer als im vergangenen Jahr. 70 Milliarden Euro wollen deutsche Unternehmen in diesem Jahr investieren, nach 100 Milliarden Euro im Spitzenjahr 2011, und 300000 neue Arbeitsplätze schaffen, so das Ergebnis einer DIHK-Umfrage unter 7000 Industrieunternehmen. Die meisten zieht es nach China, sagte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier. 43 Prozent der Firmen, die ins Ausland gehen, investieren dort.

Ursache für den Rückgang ist das niedrigere Weltwirtschaftswachstum zum Jahreswechsel, aber auch der vergleichsweise schwache Euro-Kurs. Allerdings ziehen sich die Deutschen nirgendwo zurück, auch nicht aus den Umbruchländern Arabiens, aus Griechenland oder Südeuropa.

Als Gründe für die Investitionen geben die Unternehmen an, dass sie Märkte erschließen, Vertrieb und Kundendienst aufbauen wollten. „Die Verlagerung aus Kostengründen spielt kaum noch eine Rolle“, so Treier. Als Ursache nennt er die Agenda-2010-Reform der rot-grünen Regierung von Gerhard Schröder und die Steuerreformen seit dem Jahr 2000.

Nur noch 21 Prozent der Befragten nannten Kosten als Grund für eine Verlagerung. „Das ist der niedrigste Wert, den wir je hatten“, sagt Treier. Bei ihnen handelte es sich meist um Firmen mit hohem Energie- und Rohstoffverbrauch. Die Erwartung steigender Stromkosten wegen der Energiewende ist wohl die Ursache. Das sei ein Warnsignal dafür, dass Deutschland für diese Unternehmen an Attraktivität verliert, so der DIHK.

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Industrie investiert kräftig im Ausland

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Deutsche Investitionen im Ausland sind deutlich höher

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  • Energiekosten in Deutschland zu hoch? Diese Studie sagt was anderes, der Bürger finanziert die Industrie mit Milliarden: http://www.neues-deutschland.de/artikel/221769.ausnahmen-fuer-grossverbraucher.html

  • Da gehen sie dahin, die Industrie, das KnowHow und die Arbeitplätze. Was die Wähler mit dem sinnlosen Wechselspiel zwischen SPD und CDU nicht ändern konnten, führt jetzt zu einer "Abstimmung mit den Füssen".

    Übrigens: China baut massiv neue Atomkraftwerke, hat auch kürzlich einen "schnellen Brüter" in Betrieb genommen - Sollte man die Audis, BMWs und Mercedes dann nicht mit einem Gelben Aufkleber "vorsicht, mit Atomstrom hergestellt" versehen, bevor sie in den (Kernkraft-feindlichen) deutschen Raum importiert werden?

  • Warum soll die Industrie auch in einen bald schrumpfenden Markt investieren? Bleibt die heutige Geburtenrate konstant, halbiert sich hierzulande in weniger als 50 Jahren die Zahl der neugeborenen Kinder (Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=CQELHJx8Vf0)

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